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Letzte Aktualisierung:
22-Mai-2008
Oric Products International Ltd.

Microtan 651979 gründeten Dr.Paul Johnson und Barry Muncaster die Firma Tangerine Computer Systems Ltd. in der Nähe von Cambridge. Der erste Computer, den die Firma produzierte war der Microtan 65. 1980 beschloß man bei Tangerine, in den Homecomputermarkt einzusteigen und entwickelte entsprechende Konzepte für einen kleinen Desktop-Computer. Das Resultat war der Tangerine Tiger, der zwar nie produziert wurde, technisch aber die Grundlage für den Oric-1 bilden sollte.

John Tullis, Peter Harding1982 enstand dann schließlich Oric International. Die Gründungsmanschaft bildeten John Tullis, Peter Harding, Ted Plumridge, Paul Johnson und Barry Muncaster (die Gründer von Tangerine Computer, s.o.). Das Startkapital von £1250 kam von British Car Auctions, dessen Vorsitzender David Wickens mit John Tullis befreundet war.

Ab Januar 1983 wurde der Oric-1 mit 16K RAM für £129 angeboten und war somit der erste Heimcomputer mit Farbgraphik, der unter £130 zu haben war. Die 48K-Version kostete £169,95. Der Oric-1 besaß eine 6502 CPU, die zu dieser Zeit der am meisten verkaufte Chip war und auch in vielen anderen Rechnern eingesetzt wurde (z.B. Apple II). Das ROM wurde fast komplett von zwei professionellen Programmierern, Andy Brown und Chris Shaw, geschrieben. Erstmals wird die neue Maschine in Popular Computing Weekly (P.C.W.) am 13. January 1983 unter der Überschrift "Oric-1 - not just a Tangerine dream" getestet.

Die ersten Programme für den Oric-1 stammten von Tansoft, einer Firma, die sich aus Tangerine Computer heraus entwickelt hatte: Zodiac, Oric Chess und Oric Base. Ein passendes Basic war in Bearbeitung. Auch Zubehörprodukte wie die Programmiersprache Pascal, ein Modem, ein 5,25" Laufwerk sowie ein 10" Farbmonitor für unter £240 wurden angekündigt. Ständige Produktverschiebungen und Fehler im ROM des Oric-1 behinderten die Softwareentwickler, die willens gewesen wären, die dringend benötigten Programme zu schreiben. Stattdessen wurde ständig neues Zubehör für den Oric-1 angekündigt. Doch keines dieser Accesoires war lieferbar oder zumindest nicht zum genannten Erscheinungstermin.

Im April 1983 wird John Tullis Vorsitzender von Oric, Barry Muncaster übernimmt den Manager-Posten. Doch die Probleme mit dem Oric-1 reißen nicht ab (Laderoutinen für Kassetten). Noch im gleichen Jahr wechselt die Führungsriege bei Oric noch einige Male. Ab Oric ist Mitte 1983 zum ersten mal in finanziellen Schwierigkeiten. Im Oktober des gleichen Jahres war der Oric-1 jedoch der am meisten verkaufte Heimcomputer in Frankreich und England. Am 13.Oktober 1983 brennt die Fabrikationshalle von Kenure Plastics in Berkshire ab (dort wird der Oric-1 produziert). Am 18.November 1983 erwirbt Edenspring Investments Oric zu einem Gegenwert von 4 Millionen Pfund. Peter Jones und Nicholas de Savary von Edenspring werden neue Direktoren bei Oric.

Weihnachten 1983 offerierte Oric den Kunden, die den Oric-1 direkt beim Hersteller gekauft hatten, ein fast unwiderstehliches Angebot: den Umtausch des Oric-1 in den Nachfolger Oric-Atmos für nur £49.95. Obwohl der Oric-Atmos noch nicht mal fertigestellt war (erschien erst im Februar 1984) und große Mengen des Oric-1 unverkauft im Lager lagen.

Im Sommer 1984 sah es für Oric wieder besser aus, das versprochene Microdisc konnte für £299 ausgeliefert werden und ein ein 80 Zeichen/Zeile Drucker wurde angekündigt. Doch Ende 1984 wurde klar, daß Oric doch ernste finanzielle Probleme hat. Im November werden Pläne von Oric vorgestellt, drei neue Microcomputer zu veröffentlichen: Den Stratos für £250 (auch bekannt als IQ164), einen 8086 PC für £400 (mit Kassetteninterface) und einen portablen 8086 für £3000.

Im Januar 1985 schließt das Oric Hauptquartier in Ascot, da nach vielen Entlassungen nicht mehr viele Angestellte übrig sind. Die Zukunft der Oric Produktion in England hing nun von den Verkäufen im ersten Quartal ab. In Frankreich ging es Oric ein wenig besser, dort sollte ab Februar der Stratos verkauft werden, der dort in Computermagazinen stark beworben wurde. Doch zur Auslieferung kommt es nicht mehr, Edenspring Oric hat über 5,5 Millionen Pfund, besitzt aber nur Immobilien im Wert von 3 Millionen Pfund. Sechs Firmen sind an Oric interessiert: A.S.N., Denis Taieb, Eurohard SA (die Besitzer des Dragon), S.P.I.D. (eine französische Firma), eine indische Firma und Barry Muncaster mit Paul Harding. Über drei Monate verhandeln sie alle mit dem Konkursverwalter Dennis Cross von Chater & Myhill.

Im Juni ist Oric in England nicht weiter existent. Am 1.Juni hat S.P.I.D. Oric für einige hunderttausend Pfund aufgekauft und die Produktion soll nun in die Normandie verlegt werden, bis Ende September will Eureka entscheiden, wie es mit dem Stratos weitergeht. Im August 1985 stellt Oric International (Eureka hat den Namen beibehalten) Fabrice Broche, der schon zu Oric-1 Zeiten das Oric-ROM disassembliert hatte, und Dennis Sebbag ein, um das neue DOS für den Oric mit Namen Sedoric fertig zu stellen. Die neu aufgelegte Maschine, der Atmos, erscheint pünklich und hat zwei wesentliche Verbesserungen, zum einen ist das Cassetteninterface verbessert, zum anderen wurde das Taktsignal verstärkt.

In der Zwischenzeit wollte Oric International mit dem Stratos weitermachen, doch A.S.N. hatte sich den Namen bereits schützen lassen. Zu einer Auslieferung des Stratos sollte es nicht mehr kommen. Stattdessen wurde an einem weiteren Modell, dem Telestrat gebastelt, ebenfalls ein Homecomputer mit zweiseitigem 3" Diskettenlaufwerk, 11 I/O Ports, BASIC und der notwendigen Software, um ein Minitel Board zu steuern.

Bis April war der neue Telestrat immer noch nicht erhältlich. Eureka baute nun eine Produktionsstraße in Livarot auf, um die Produktion bis Ende Mai zu beginnen. Endlich, im September, erschien der Telestrat zum Preis von £399. Der Atmos wurde weiterhin für £99 verkauft. Der Telestrat war aber zu speziell auf einen Markt fixiert und zu teuer. Im März 1987 wurde auch die Produktion des Atmos eingestellt.

Im Dezember 1987 kam es dann zum zweiten Crash. Oric International meldete Konkurs an, im März 1988 schloß Oric die Pforten