|
1979
gründeten Dr.Paul Johnson und Barry Muncaster die Firma Tangerine
Computer Systems Ltd. in der Nähe von Cambridge. Der erste
Computer, den die Firma produzierte war der Microtan 65. 1980 beschloß
man bei Tangerine, in den Homecomputermarkt einzusteigen und entwickelte
entsprechende Konzepte für einen kleinen Desktop-Computer.
Das Resultat war der Tangerine Tiger, der zwar nie produziert wurde,
technisch aber die Grundlage für den Oric-1 bilden sollte.
1982
enstand dann schließlich Oric International. Die Gründungsmanschaft
bildeten John Tullis, Peter Harding, Ted Plumridge, Paul Johnson
und Barry Muncaster (die Gründer von Tangerine Computer, s.o.).
Das Startkapital von £1250 kam von British Car Auctions, dessen
Vorsitzender David Wickens mit John Tullis befreundet war.
Ab Januar 1983 wurde der Oric-1 mit 16K RAM für
£129 angeboten und war somit der erste Heimcomputer mit Farbgraphik,
der unter £130 zu haben war. Die 48K-Version kostete £169,95.
Der Oric-1 besaß eine 6502 CPU, die zu dieser Zeit der am
meisten verkaufte Chip war und auch in vielen anderen Rechnern eingesetzt
wurde (z.B. Apple II). Das ROM wurde fast komplett von zwei professionellen
Programmierern, Andy Brown und Chris Shaw, geschrieben. Erstmals
wird die neue Maschine in Popular Computing Weekly (P.C.W.) am 13.
January 1983 unter der Überschrift "Oric-1 - not just
a Tangerine dream" getestet.
Die ersten Programme für
den Oric-1 stammten von Tansoft, einer Firma, die sich aus Tangerine
Computer heraus entwickelt hatte: Zodiac, Oric Chess und Oric Base.
Ein passendes Basic war in Bearbeitung. Auch Zubehörprodukte
wie die Programmiersprache Pascal, ein Modem, ein 5,25" Laufwerk
sowie ein 10" Farbmonitor für unter £240 wurden
angekündigt. Ständige Produktverschiebungen und Fehler
im ROM des Oric-1 behinderten die Softwareentwickler, die willens
gewesen wären, die dringend benötigten Programme zu schreiben.
Stattdessen wurde ständig neues Zubehör für den Oric-1
angekündigt. Doch keines dieser Accesoires war lieferbar oder
zumindest nicht zum genannten Erscheinungstermin.
Im April 1983 wird John
Tullis Vorsitzender von Oric, Barry Muncaster übernimmt den
Manager-Posten. Doch die Probleme mit dem Oric-1 reißen nicht
ab (Laderoutinen für Kassetten). Noch im gleichen Jahr wechselt
die Führungsriege bei Oric noch einige Male. Ab Oric ist Mitte
1983 zum ersten mal in finanziellen Schwierigkeiten. Im Oktober
des gleichen Jahres war der Oric-1 jedoch der am meisten verkaufte
Heimcomputer in Frankreich und England. Am 13.Oktober 1983 brennt
die Fabrikationshalle von Kenure Plastics in Berkshire ab (dort
wird der Oric-1 produziert). Am 18.November 1983 erwirbt Edenspring
Investments Oric zu einem Gegenwert von 4 Millionen Pfund. Peter
Jones und Nicholas de Savary von Edenspring werden neue Direktoren
bei Oric.
Weihnachten 1983 offerierte
Oric den Kunden, die den Oric-1 direkt beim Hersteller gekauft hatten,
ein fast unwiderstehliches Angebot: den Umtausch des Oric-1 in den
Nachfolger Oric-Atmos für nur £49.95. Obwohl der Oric-Atmos
noch nicht mal fertigestellt war (erschien erst im Februar 1984)
und große Mengen des Oric-1 unverkauft im Lager lagen.
Im Sommer 1984 sah es für
Oric wieder besser aus, das versprochene Microdisc konnte für
£299 ausgeliefert werden und ein ein 80 Zeichen/Zeile Drucker
wurde angekündigt. Doch Ende 1984 wurde klar, daß Oric
doch ernste finanzielle Probleme hat. Im November werden Pläne
von Oric vorgestellt, drei neue Microcomputer zu veröffentlichen:
Den Stratos für £250 (auch bekannt als IQ164), einen
8086 PC für £400 (mit Kassetteninterface) und einen portablen
8086 für £3000.
Im Januar 1985 schließt
das Oric Hauptquartier in Ascot, da nach vielen Entlassungen nicht
mehr viele Angestellte übrig sind. Die Zukunft der Oric Produktion
in England hing nun von den Verkäufen im ersten Quartal ab.
In Frankreich ging es Oric ein wenig besser, dort sollte ab Februar
der Stratos verkauft werden, der dort in Computermagazinen stark
beworben wurde. Doch zur Auslieferung kommt es nicht mehr, Edenspring
Oric hat über 5,5 Millionen Pfund, besitzt aber nur Immobilien
im Wert von 3 Millionen Pfund. Sechs Firmen sind an Oric interessiert:
A.S.N., Denis Taieb, Eurohard SA (die Besitzer des Dragon), S.P.I.D.
(eine französische Firma), eine indische Firma und Barry Muncaster
mit Paul Harding. Über drei Monate verhandeln sie alle mit
dem Konkursverwalter Dennis Cross von Chater & Myhill.
Im Juni ist Oric in England
nicht weiter existent. Am 1.Juni hat S.P.I.D. Oric für einige
hunderttausend Pfund aufgekauft und die Produktion soll nun in die
Normandie verlegt werden, bis Ende September will Eureka entscheiden,
wie es mit dem Stratos weitergeht. Im August 1985 stellt Oric International
(Eureka hat den Namen beibehalten) Fabrice Broche, der schon zu
Oric-1 Zeiten das Oric-ROM disassembliert hatte, und Dennis Sebbag
ein, um das neue DOS für den Oric mit Namen Sedoric fertig
zu stellen. Die neu aufgelegte Maschine, der Atmos, erscheint pünklich
und hat zwei wesentliche Verbesserungen, zum einen ist das Cassetteninterface
verbessert, zum anderen wurde das Taktsignal verstärkt.
In der Zwischenzeit wollte
Oric International mit dem Stratos weitermachen, doch A.S.N. hatte
sich den Namen bereits schützen lassen. Zu einer Auslieferung
des Stratos sollte es nicht mehr kommen. Stattdessen wurde an einem
weiteren Modell, dem Telestrat gebastelt, ebenfalls ein Homecomputer
mit zweiseitigem 3" Diskettenlaufwerk, 11 I/O Ports, BASIC
und der notwendigen Software, um ein Minitel Board zu steuern.
Bis April war der neue Telestrat
immer noch nicht erhältlich. Eureka baute nun eine Produktionsstraße
in Livarot auf, um die Produktion bis Ende Mai zu beginnen. Endlich,
im September, erschien der Telestrat zum Preis von £399. Der
Atmos wurde weiterhin für £99 verkauft. Der Telestrat
war aber zu speziell auf einen Markt fixiert und zu teuer. Im März
1987 wurde auch die Produktion des Atmos eingestellt.
Im Dezember 1987 kam es
dann zum zweiten Crash. Oric International meldete Konkurs an, im
März 1988 schloß Oric die Pforten
|