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Letzte Aktualisierung:
15-Nov-2016
... mein DOS-Archivierungs-PC


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Vorwort 1 - Software-Archivierung: was kann ich beitragen?

Ich habe eine große Sammlung an originaler Software für die Plattformen CP/M und MS/PC-DOS (incl. 16-Bit-Windows). Diese liegt größtenteils auf 5,25"- und 3,5"-Installationsdisketten vor. Ich begann 2001, diese Disketten zu archivieren. Zudem alles, was ich für CP/M habe (nur 5,25" Disketten). Zu dieser Zeit gab es noch keine Software-Preservation-Projekte wie z.b. http://www.softpres.org und moderne Hardware ("kryoflux", "Supercard pro", "DiskFerret"), daher zog ich die Diskettenimages mit "teledisk 2.16" (Sydex) und zu einem kleinen Teil (vor allem CP/M) mit "imagedisk 1.17" (Dunfield). Kopiergeschützte Software habe ich mit einem "Option Board" der Firma "Central Point"kopiert und auch als Image gesichert (dazu weiter unten mehr). Da der genannte Umfang für eine Person riesig genug ist, habe ich mich bisher nicht um die Archivierung der Software für Homecomputer und Apple kümmern können.

Zu Projekten wie der "Software Preservation Society" ein paar Sätze: im entsprechenden Foren wird kontrovers diskutiert, was überhaupt eine 100%ige Kopie eines absolut fehlerfreien Originals ist, und das teilweise auf philosophischem Niveau. Ich bezweifle nicht, das in dieser Vereinigung Fachleute sitzen, die wissen, über was sie da reden. Aber trotzdem, aus dieser Diskussion muss ich mich mit meinen "stümperhaften" Bemühungen und meinem unzureichenden technischen Wissen heraus halten. Ich kann nur hoffen, das die von mir gesicherte Diskette oder der von mir gesicherte Diskettensatz im Falle einer Verwendung oder einer Wiederherstellung unter allen Umständen auch wirklich fehlerfrei funktioniert. Ich habe meistens ja nur das eine mir vorliegende Original und kann nicht ausschliessen, das auf einer so alten Diskette an irgendeiner Stelle in irgendeiner Datei ein "Bit gekippt" ist. Ich kann eine Diskette lediglich mit Programmen wie dem "Norton Disk Doctor" oder "Checkit" überprüfen, bevor ich ein Image ziehe. Aber eines ist unbestreitbar: die Zeit drängt!

Wer sich mehr dafür interessiert, mit welchen Disketten und Aufzeichnungformaten man sich beschäftigen muss, kann hier weiterlesen.

Top Vorwort 2 - mein(?) Disketten-Problem

Habe ich das bereits erwähnt? Disketten haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Diese Aussage beruht auf der Erkenntnis, das einerseits der Schreib-/Lesekopf des Diskettenlaufwerks die Diskettenoberfläche berührt und daher ein mechanischer Abrieb erfolgt, andererseits in Laufe der Zeit - auch ohne Benutzung - die Magnetsierung der Diskette schwächer wird (durch den Erdmagnetismus, ähnlich wie bei einem Audio-Tonband oder -Kassette). Was auch immer, irgendwann ist die Diskette nicht mehr lesbar und die darauf enthaltenen Daten sind verloren. Man rechnet bei einer Floppy Disk mit einer Haltbarkeit von 10 - 30 Jahren, abhängig von der Lagerung der Diskette. Viele Faktoren können den Alterungsprozess beschleunigen: intenisve Nutzung, Sonneneinstrahlung, mechanische Beschädigungen, Nähe zu magnetischen Geräten, starke Temperaturschwankungen und nicht zuletzt die Herstellungsqualität der Diskette. Fest steht auch: die Gefahr von Datenverlust bei Disketten nimmt mit höherer Speicherdichte erheblich zu.

Disketten als Speichermedium waren in den Jahren von 1975 bis 1985 stark verbreitet. Erst als die Festplatten immer preiswerter wurden und gleichzeitig die Datenmengen zunahmen, verlor die Diskette hier an Bedeutung. Als Installationsmedium - zumindest für kleinere Programme - blieb die Diskette sogar bis ca. 1995 in Benutzung. Danach war auch hier der Wechsel von Diskette zur CD-ROM vollzogen. Es geht also um ca. 20 Jahre, in denen die Floppy Disks als Datenträger eine Rolle spielten. Gleichzeitig waren dies aber auch die intensivsten Jahre der Computerrevolution. Wenn die Disketten aus dieser Zeit in absehbarer Zukunft endgültig nicht mehr lesbar sind, dann verlieren wir die Grundlagen der Software-Entwicklung, also die Anfänge der Desktop-Betriebssysteme, der Textverarbeitung, der Tabellenkalkulation, die Einführung der GUI's und nicht zuletzt die der Computerspiele. Zumindest aber die originalen Datenträger davon. Was kann man also tun? An der Lösung dieses Problems tüfteln viele Kenner der Materie, ohne bisher eine allumfassende Lösung anbieten zu können. Ohne Berücksichtigung dessen, das die Software der vorgenannten Zeitspanne zur Lauffähigkeit aus musealen Gesichtspunkten auch eine zeitgemäße Hardware benötigt, müssen meiner Meinung nach zunächst die Datenträger der originalen Programme gerettet werden. Weitere Gedanken wären natürlich, mit der zeitgenössischen Hardware ähnlich zu verfahren. Auch die könnte man mit entsprechender Wartung noch lange am Leben erhalten. Dazu fehlt mir jedoch die elektrotechnische Ausbildung.

Top Vorwort 3 - warum ein DOS Rechner für die Datenarchivierung ideal ist

Auf den ersten Blick macht es aus heutiger Sicht keinen Sinn, einen realen DOS-Rechner zu betreiben. Das Internet-Zeitalter mit seiner Grafiklastigkeit hat dieses Betriebssystem, das seine Wurzeln 1981 hat, weitgehend obsolet gemacht. Auch fehlt ihm die Möglichkeit zum Multitasking. Netzwerkfähigkeit muß ihm über zusätzliche Hard- und Software 'beigebracht' werden. Bis auf Anwendungen in Überwachungs- und Steuerungssystemen ('Embedded Systems') mit wenig oder gar keiner Benutzerkommunikation findet es daher heute keine Verwendung mehr. Ausserdem: für neuere Hardware (z.B. Grafik-, Netzwerk- und Soundkarten) findet man keine DOS-Treiber mehr. Disketten- und CD-ROM-Laufwerke werden von DOS unterstützt, aber diese sind in neueren Rechnern oft nicht mehr vorhanden. Der Datenaustausch zwischen DOS-Rechnern und der heutigen Rechnergeneration ist somit auch ein Problem. Mit Multi-CPU-Systemen kann DOS auch nichts anfangen. Ausserdem: wer will sich heute noch mit einer Benutzerschnittstelle herumschlagen, die ausschließlich auf einer Kommandozeile stattfindet?

Hat DOS auch Vorteile gegenüber den heutigen Windows/Linux-Versionen? Ja, diese Vorteile gibt es: DOS ist einfach aufgebaut, bei Weitem nicht so komplex wie moderne GUI basierte OS. Fehlerhafte Konfigurationen sind leicht zu reparieren, ohne gleich das ganze System neu aufsetzen zu müssen. Ein fast vollständiges System kann zur Not über Diskette gebootet werden. Die minimalen Hardwarevoraussetzungen für den Betrieb sind gering: Mainboard mit x86-CPU, monochromer Monitor, Diskettenlaufwerk(e) und als "Luxus" eine Festplatte und ein CD-ROM Laufwerk.

Warum ich dann nicht einfach Emulatoren wie MYZ80 (CP/M) und DOSBox auf einem modernen Rechner benutze? DOSBox ist nur für die Benutzung alter Computerspiele durchaus die bessere Lösung. Aber ich brauche für das Archivieren meiner Disketten spezielle Hardware in Form von Diskettencontrollern und -laufwerken. Für deren Betrieb ist ein moderner Rechner mit Windows und einem emuliertem DOS einfach nicht geeignet. Das Ideale für meinen Einsatzzweck ist m.E. ein realer DOS Rechner.

Top Die ideale Archivierungs-Hardware

Was beschreibe ich nachfolgend: den Aufbau eines leistungsfähigen DOS Rechners, in meinem Fall zur Diskettenarchivierung. Nebenbei erfahren Sie, welche leistungsfähigen Programme und Tools es für DOS gibt bzw. wie gut diese Programme heute noch benutzbar sind.

Wie soll die Hardware beschaffen sein:

- Minitower, mehr Platz -> mehr Laufwerke
- Leistungsüberschuss soll vorhanden sein. Pentium II/III CPU mit 200 bis 700 MHz ist ideal
- 50 bis 100MB RAM für RAMDISK, großen Cache und XMS Speicher für DPMI-Programme
- VGA Grafik
- idealerweise sollten nicht nur PCI, sondern auch ISA Steckplätze vorhanden sein
- USB Schnittstellen soll der Rechner ebenfalls besitzen, da es DOS-Treiber dafür gibt
- Netzwerkkarte, ein TCP/IP basiertes Netzwerk soll eingerichtet werden
- 3,5" HD und ein 5,25" HD Diskettenlaufwerk an einem toleranten Diskettencontroller.
- Festplatte mit mindestens 10GB (für eine reine DOS Installation reicht auch 1GB oder kleiner).
- CD-ROM
- Serielle- und parallele Schnittstelle
- internes 3,5" Fujitsu MO-Laufwerk mit 1.3MB zum Datensicherung/Datenaustausch.
- Soundkarte und Lautsprecher - ich will MP3's hören können

Ich habe einige komplette Rechner und Mainboards, die obige Voraussetzungen erfüllen. Rechner dieser Leistungsklasse findet man eigentlich nur noch auf Speichern oder in Kellern (im eigenen oder beim Nachbarn), auf dem Wertstoffhof oder relativ billig (derzeit unter 50 EUR) in den bekannten Internet-Auktionshäusern.

Ich habe bereits einen spezialisierten Rechner ausschließlich zum Imagen und Kopieren kopiergeschützter Software in Betrieb: ein 386er Compaq Deskpro mit eingebautem Option Board Deluxe der Firma "Central Point Software". Es gäbe zwar mittlerweile modernere Alternativen dazu, aber: "DiskFerret" ist derzeit nicht erhältlich. Die Produkte "kryoflux" und "Supercard pro" habe ich getestet: weder das eine noch das andere konnte mich überzeugen. Beides sind moderne Floppy-Controller, die Diskettenlaufwerke über USB ansprechen können und auf Flux-Basis Images erzeugen. Das Gleiche tut übrigens auch das "Option Board". Auf dieser untersten Ebene des Lesen und Schreibens der auf einer Diskette gespeicherten Informationen kann theoretisch jeder Kopierschutz ausgehebelt werden. Mit "kryoflux" kann ich - zumindest bei der von mir zu bearbeitenden Software für MS/PC-DOS - nur Images ziehen. Um ein wiederherstellungsfähiges Image zu erhalten, müssen die erzeugten Image-Dateien zur "Software Preservation Society" eingesendet, dort überprüft, konvertiert und zurückgesendet werden. Das ist mir zu umständlich. Mit der "Supercard Pro" konnte ich zwar einige C64- und Amiga-Images von Disketten ziehen und wiederherstellen, aber das Gleiche ist mir aus unerfindlichen Gründen bisher bei keiner einzigen DOS Diskette gelungen. Zudem gab es bei einigen kopiergeschützen C64-Disketten ebenfalls Probleme (z.B. "Superbase"). Ausserdem scheint das Projekt bereits wieder tot zu sein. Daher bleibe ich bei der zuverlässigen "Old Skool"-Methode und benutze bei PC-Software für die kopiergeschützten Disketten weiter das "Option Board" und bei den Homecomputern jeweils spezialisierte Kopierprogramme. Vielleicht ergeben sich vor allem bei "Kryoflux" noch Änderungen, die ein einfaches Duplizieren von Disketten bzw. ein Zurückschreiben von Images ermöglicht.

Nachfolgend bezieht sich einiges auf die Erzeugung meiner Diskettenimages. Das dürfen Sie überlesen, wenn Sie das nicht interessiert.
Sie erhalten aber auch viele Tipps und Tricks, wie man einen gut funktionierenden DOS Rechner auf die Beine stellt.

Top Allgemeine Bemerkungen zur Software

MS/PC-DOS ist ein Betriebssystem, das als eigenständiges Produkt schon lange nicht mehr ernsthaft weiterentwickelt wird. Für die dafür erhältlichen Programme gilt das auch - bis auf ganz wenige Ausnahmen. Erfreulicherweise sind viele dieser Programme sehr ausgereift und arbeiten weitgehend fehlerfrei. Einige ehemalige Verkaufsprodukte sind jetzt "Freeware" (Borland, Digital Research, ...), kosten also nichts mehr und können frei verwendet werden. Manchmal ist für derartige Software sogar der Quellcode verfügbar.

Vollkommen unüberschaubar war und ist heute noch die DOS-"Shareware". Viele dieser so vertriebenen Programme sind mittlerweile aber auch "Freeware" (z.B. der "DOS Navigator" oder die Benutzeroberfläche „GEM“). Manche dagegen werden für immer "Shareware" bleiben, weil kein Vertrieb mehr existiert, der eine Lizenz freischalten könnte. Oftmals existiert der Hersteller nicht mehr oder der Entwickler ist sogar verstorben. "Shareware" hat u.U. funktionale Beschränkungen, fast immer jedoch - vor allem beim Programmstart - eine lästige Einblendung mit dem Hinweis darauf, das man das Programm doch bitte lizensieren soll.

Dann gibt es noch die sogenannte Abandonware. Das ist ehemals kommerzielle, aber abgekündigte Software bzw. Software für die es vom Hersteller keinen Support mehr gibt. Hier bewegt man sich in einer Grauzone. Einige Webseiten dürfen solche Programme seit Jahren offenbar ungestraft als Download anbieten. Auf den Seiten 'Vetusware' und 'WinWorldPC' können nicht nur alle DOS-Betriebssysteme von IBM und Microsoft heruntergeladen werden, sondern auch ehemals teuer verkaufte Anwendungen von Microsoft, Novell, Ashton-Tate, SPI, Lotus, Wordstar, Wordperfect u.s.w. Man geht dabei offenbar davon aus, dass diese Softwareprodukte nicht mehr geschäftlich einsetzbar sind und somit für die Hersteller oder deren Rechtsnachfolger kein Schaden mehr entsteht. Leicht hinkend vergleichbar mit einem Oldtimer wie dem „VW Käfer“, der lediglich einem Hobby dient und nur hier und da mal fährt - zumindest hierzulande. Dadurch entsteht „Volkswagen“ auch kein Schaden, weil deswegen kein „Golf“ weniger verkauft wird.

Ich bin kein Rechtsanwalt für Lizenzrecht, daher kann ich nicht beurteilen, ob die nachfolgend aufgeführte Software, die keine Free- oder Shareware ist, wirklich frei benutzt werden darf. Ob man solche Programme für private Zwecke auf seinen Rechner installiert, muss jeder für sich entscheiden. Mich betrifft das Problem nicht, ich verwende ausschliesslich Originale oder „Freeware“.

Dokumentation zu alter Soft- und Hardware - meist im pdf-Format - findet man im Netz z.B. auf bitsavers.

Top Die Einrichtung des Rechners

Als erstes ist mir ein Problem aufgefallen, dass ich neben einem 3,5" eigentlich zwei 5,25" Disketten-Laufwerke bräuchte: ein 5,25" DD-Laufwerk und ein 5.25" HD-Laufwerk. DD-Laufwerke können keine HD-Disketten lesen und schreiben auch breitere Spuren als HD Laufwerke. Sie brauchen ja nur 40 Spuren auf der gleichen Fläche unterzubringen. HD Laufwerke schreiben 80 Spuren, die natürlich dann schmäler sein müssen. Zudem können sie mehr Sektoren auf einer Spur unterbringen (15 statt 9). Sie können normalerweise problemlos DD Disketten lesen, aber sie schreiben das DD Format dann eben auch mit dieser schmäleren Spur. In der Praxis bedeutet dies: für die Erzeugung von Images von DD Disketten sind HD-Laufwerke verwendbar, aber das Zurückschreiben derselben ist problematisch! Ich werde daher zwar ein 5,25" DD Laufwerk und ein 5,25" HD Laufwerk einbauen, aber standardmäßig das DD Laufwerk neben dem 3,5" Laufwerk betreiben. Natürlich gäbe es einige Floppycontroller für 4 Laufwerke, aber die sind selten und Software auf HD Disketten gibt vergleichsweise wenig. Da kann ich auch mal die Kabel umklemmen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Rechner habe ich meinen Hardware-Fundus im Dachboden durchgekramt und u.a. einen NoName Mini-Tower mit Pentium II (350Mhz) gefunden. Das Mainboard besitzt zwei USB Ports sowie zwei serielle- und einen parallelen Port. Ein 3,5" Floppy-Laufwerk und CD-ROM Laufwerk sind eingebaut. Der Rechner steht seit mindestens 10 Jahren rum. Nach dem Abnehmen des Gehäuses findet sich eine APG Grafikkarte von "NVidea" (zu neu, daher bestimmt nachgerüstet), eine Ensoniq ES 1371 PCI-Soundkarte und eine PCI-Netzwerkkarte von 3Com.

Es empfehlen sich einige Vorsichtsmassnahmen vor dem Einschalten:
- den Staub mit Druckluft rausblasen oder mit Staubsauger aussaugen, auch aus dem Netzteil. Bei der Verwendung von Druckluft sollten alle vorhandenen Lüfter mit einem Schraubenzieher o.ä. blockiert werden!
- die Steckkarten sowie das RAM rausnehmen und die Kontakte reinigen. Tipp: besorgen Sie sich für die Reinigung der Kontakte z.B. "Tuner 60" von "Kontakt Chemie", eine weiche Zahnbürste und ein weiches, nicht fusselndes Tuch. Damit kriegen Sie die Kontakte wieder schön blank. Bei extremen Verschmutzungen der Kontakte hilft ein Glasfaserpinsel.
- als letztes überprüfe ich alle Kabel auf Sitz. Am Besten einmal abziehen und wieder aufstecken.

Nach so einer Prozedur kann ein alter und lange eingelagerter Rechner eigentlich bedenkenlos in Betrieb genommen werden. Wenn er dann anspringt und auch Netzwerklüfter und die Festplatte hörbar dreht sowie ein Einschaltbild erscheint, ist das die halbe Miete. In meinem Fall wurde eine Fehlermeldung ausgegeben, die BIOS Einstellungen verloren gegangen sind. Die Pufferbatterie war leer, das war zu Erwarten. Aber nach F1 bootet er - dank "Plug&Play"-BIOS - fehlerfrei das installierte "Windows 98". Ich brauche "Windows 98" nicht und werde es löschen. Wenn jemand wissen will, wie man das nackte "DOS 7.1" aus "Windows 98" extrahiert, lesen Sie hier.

Zuerst also mal die Puffer-Batterie tauschen (CR2032), das ist relativ einfach. Die silbernen Batterien schauen aus wie ein 1EUR-Stück und sind auf dem Mainboard leicht zu finden. Sie werden nur in eine Halterung aus- bzw. eingeclipst. Mit neuer Batterie dann BIOS Einstellungen aufrufen, um Datum und Uhrzeit zu korrigieren. Das geht bei den meisten BIOS wenn gleich nach dem Einschalten F2 (oder auch ENTF, F1 oder Alt + ENTER, CTRL + ESC) gedrückt wird. Nach Speichern der BIOS-Einstellungen boote ich von einer DOS Diskette (idealerweise mit einem CD-ROM Treiber wie z.B. VIDE_CDD.SYS) und starte von meiner Arbeits-CD NSSI, um die Hardware zu untersuchen. Neben dem Chipsatz interessiert mich auch, ob die USB Ports wirklich 2.0 sind. Was das Erstere betrifft, zeigt NSSI einen Intel 440BX, das ist OK, den unterstützen viele DOS-Speichermanager. Die USB Ports sind leider nur 1.1. Kein großes Problem, USB 1.1 ist einfach nur langsamer, aber die meisten meiner alten externen Festplatten sind dazu noch kompatibel. Weiters sind 32MB RAM drin und eine 9GB IDE-Platte von IBM. Das müsste erstmal alles passen. Jetzt gehen wir die Festplatte an.

Auswahl des Betriebssystems

Ich höre in meinem Keller auch gerne Musik, daher sollen neben dem Software-Archiv auch meine MP3's auf die Platte, das sind alleine schon 4,5 GB. Die MP3's möchte ich möglichst in einem Stück haben - also auf einer Partition. Diese Größe geht nur mit mit FAT32. DOS 6.x unterstützt aber nur FAT16 (maximal 2 GB/Partition) und kein FAT32. Zudem kann es mit langen Dateinamen (LFN) - wie sie MP3's nunmal haben - nichts Rechtes anfangen. FAT32 wäre auch praktisch zum Datenaustausch mit extern über USB angeschlossenen Festplatten. Welches DOS also nehmen? Auf ins Internet, suchen nach: "DOS LFN FAT32". Später fand ich übrigens noch diese hilfreiche DOS-Übersicht auf Wikipedia.

Eine Unmasse Treffer, was kommt in Frage:

- DR DOS 7.x
- DR DOS 8.x
- IBM DOS 7.1

Diese drei relativ modernen DOS Versionen erfüllen alle die Vorraussetzung für lange Dateinamen und FAT32. DR DOS 8 ist kein offizielles Release, davon lasse ich die Finger. DR-DOS 7 habe ich früher schon mal benutzt. Das ist ein paarmal abgestürzt, als ich USB-Treiber installiert habe. Kam mir überhaupt ein bisschen "buggy" vor. Das habe ich dann - vielleicht vorschnell - wieder ins Regal gestellt. Einzig und allein dem Task Switcher von DR-DOS trauere ich ein bisschen hinterher. IBM DOS 7.1 gibt es nicht als freie Version, scheidet damit auch aus - obwohl: ich hätte auch ein Original ;:)

- FreeDOS 1.1
Habe ich ausprobiert, es lief zuerst alles zur vollsten Zufriedenheit und erfüllte alle Anforderungen. FreeDOS bootet schnell und der freie konventionelle DOS Speicher nach dem Laden aller benötigten Treiber betrug auf Anhieb 628K - ohne jeden manuellen Feinschliff! Unterschiedliche Boot-Abläufe in den Konfigurationsdateien lassen sich sehr elegant realisieren. Der Zugriff auf USB-Laufwerke mit den Panasonic-Treibern kam mir ebenfalls sehr stabil vor. Doch ausgerechnet mein Lieblings-File-Manager "DOS Navigator 6.4.0" von "RITLabs" wollte nicht richtig. Die DPMI-Version startete erst gar nicht. Dabei spielte es keine Rolle, welchen Speichermanager ich verwendete. Die "Real Mode"-Version lief zwar, aber erheblich langsamer als unter DOS 6.22. Das war in meinem Fall das schnelle „Aus“ für FreeDOS. Wer FreeDOS trotzdem verwenden möchten: der "Norton Commander 5.51" und andere File-Manager funktionieren einwandfrei.

- PTS-DOS 2000
ist sehr schnell, gefällt mir auch gut. FAT32 und LFN's werden unterstützt. Es hat eine gute Netzwerkunterstützung, wenn man dem Handbuch Glauben schenken darf. Aber dieses OS müsste ich zuerst lizensieren, da habe ich tatsächlich kein Original. Auch bin ich mir mit der Kompatibilität nicht sicher. Der Aufbau der Konfigurationsdateien eröffnet zwar viele Möglichkeiten, unterscheidet sich aber sehr von dem, was DOS-Installationsprogramme erwarten und was ich kenne. Irgendwie traue ich der Kompatibilität von "PTS-DOS" nicht. Ich habe nur eine 30 Tage Lizenz, weg damit...

- MS-DOS 7.1
Das aus „Windows 95B“ extrahierte (China-)MS-DOS unterstützt ebenfalls FAT32 und LFN's. Letzten Endes ist DOS 7.1 ein um einige Features erweitertes DOS 6.22. Ob im "stand-alone"-Betrieb "störende" Anpassungen an "Windows 95" (z.B. modifizierter Bootsektor?) auftreten, wird sich zeigen. Aber die Implementierung gerade der Features FAT32 und LFN sehe ich hier als am stabilsten an. Es kostet nichts und weil es von Microsoft ist, sind zumindest theoretisch die wenigsten Inkompatibilitäten zu befürchten. Zudem plane ich die DOS-Installation nicht in eine FAT32-, sondern in jedem Fall in eine primäre FAT16-Partition. Falls es doch ein Lizenzproblem mit diesem DOS gibt: ich besitze einige Originale von „Windows 95B“, und davon ist MS-DOS 7.1 ein Bestandteil. Niemand kann doch was Unrechtes daran finden, wenn ich ein originales "Windows 95" installiere und anschließend alles bis auf das DOS lösche. Wie man das selber macht: hier ist eine Anleitung. Also: download des iso-Images und brennen auf eine CD.

Auf der Seite von 'cn-net' auf ich dazu folgende Übersicht gefunden. Na gut, die loben ihr Produkt, aber das könnte schon so stimmen.

sfdisk
Types of DOS that support FAT32

 

Hier die wichtigsten Neuerungen von MS-DOS 7.1 im Vergleich zu DOS 6.2x:

- FAT32 und FAT32X Dateisystem
- Erweitertes FAT16 (FAT16X, Typ 0E, wird meistens für die Primary Partition benutzt)
- Unterstützung großer Festplatten (max. 2 TB) und der LBA ExtendedX (Int 13x) Partition
- Unterstützung für lange Dateinamen (LFN)
- Jahr 2000 konform durch 4 stellige Jahreszahlen (z.B. DIR /4)
- Speicherverwaltung für RAM >64MB und XMS 3.0 Unterstützung
- Unterstützung des Euro Zeichens (Code Page 850, Right Alt+5)
- Effiziente UMB Speicher Ausnutzung (DOS Kernel und COMMAND.COM werden automatisch hochgeladen)
- Erweiterte Kommandos in der CONFIG.SYS für UMB Speicher, z.B. FILESHIGH, BUFFERSHIGH
- Umgebungsvariablen direkt in DOS Kommandos benutzbar, z.B. ECHO %PATH%
- Längere PATH Variablen sind möglich
- Einige neue Kommandos, wie beispielsweise ACCDATE, LOGO (in der CONFIG.SYS)
- Laufwerke und LFN's können mit LOCK/UNLOCK geschützt werden
- EDIT kann mehrere Text- und jetzt auch Binärdateien gleichzeitig bearbeiten
- REN kann jetzt Verzeichnisse genauso umbenennen wie Dateien
- Die Position (Pfad) der DOS Systemdateien (speziell IO.SYS) ist flexibler
- Möglichkeit des Dual-boot einer älteren DOS-Version von MS-DOS (z.B. DOS 6.x) vorhanden
- Neuere Versionen der DOS Kommandos, z.B. MORE, MSCDEX, MSD
Quelle: http://www.cn-dos.net/msdos71

 

Grundeinrichtung der Festplatte

Was sollten Sie nachfolgend zur Hand haben:
1. DOS Boot Diskette. Praktisch wäre ein installierter CD-ROM Treiber um nach dem Booten weitere Hilfsprogramme von dort starten zu können. Bootdisketten für DOS findet man im Netz vielerorts, z.B. bei "WinWorldPC" oder "Vetusware". Im Falle von "MS-DOS 7.1" ist es zwar auch möglich direkt von CD zu booten und die Partition mit dem darauf enthaltenen Installationsprogramm einzurichten. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, das es besser ist, vor dessen Installation die Partitionen einzurichten und zu formatieren. Daher reicht nachfolgend auch eine Boot-Diskette mit DOS 6.x und einem universellen CD-ROM Treiber.
2. Ich habe mir eine Arbeits-CD gebrannt mit den wichtigsten DOS Tools zur Einrichtung eines Rechners und vielen Programmen und Utilities, die ich später installieren möchte. Tipp: erzeugen Sie sich eine CD oder auch einzelne Disketten die zumindest NSSI (Systeminformation) und Super FDisk (Partitionierung) enthält/enthalten. Wenn Sie aber schon wissen, welche Programme Sie später installieren möchten, brennen Sie doch gleich eine CD mit allen gewünschten Programmen. Idealerweise bereits entpackt, das beschleunigt die spätere Einrichtung erheblich.

Wie will ich die 9GB meiner Festplatte einteilen:

1. Partition, primär, FAT16: 2GB, DOS
2. Partition, FAT16: 2GB, Software Archiv
3. Partition, FAT32: 5GB, MP3's

Ich boote den Rechner mit einer Diskette mit DOS 6.22. Es wäre nun mit 'fdisk' möglich, zumindest die beiden FAT16-Partitionen zu erzeugen. Ich benutze dazu jedoch die Freeware Super FDisk, das sich auf meiner Arbeits-CD befindet. Damit kann ich auch die FAT32 Partition erstellen. Es hat eine praktische grafische Benutzeroberfläche und ist sehr zuverlässig. Für XT- und AT-Rechner ohne VGA-Karte und mit MFM-Festplatten ist übrigens das Programm Speedstor 6 meine erste Wahl. Ich starte "Super FDisk", teile die Platte wie oben beschrieben ein und formatiere alle Partitionen.

sfdisk
Super FDisk

Jetzt kann die 'MS-DOS 7.1' CD eingelegt und der Rechner von der CD neu gebootet werden. Die Installation von DOS 7.1 ist selbsterklärend. Ich habe die Option "Full Installation" gewählt. Dadurch wird das komplette OS, einige Utilities (z.B.von Norton), der File-Manager Volkov Commander sowie der MP3-Player MPXPlay installiert. Wenn die eingebaute Soundkarte bekannt ist (das könnte man vorher mit NSSI herausfinden) und eingerichtet werden soll, ist auch dies möglich.

Tipp: es wäre auch möglich gewesen, die primäre Partition als FAT32 einzurichten. Auch in diesem Fall bootet MS-DOS 7.1 einwandfrei.

Top Hardware aufrüsten

1. 3,5" Fujitsu MO Laufwerk (1.3GB). Man kann natürlich auch z.B. eine Syquest Wechselplatte oder ein IDE-Zip-Laufwerk einbauen. Ich bevorzuge MO-Laufwerke. Das Medium ist einer der sichersten und robustesten Speichemedien, die es gibt. Leider werden Sie nicht mehr weiterentwickelt. Auf MO-Disketten sichere ich neu hinzugekommene Diskettenimages für das Software Archiv. Ich habe ein externes 750 MB USB Zip-Laufwerk, das sollte später bei Bedarf betreibbar sein.
2. Ein bisschen mehr RAM, ich habe noch zwei passende 32 MB Riegel im Fundus, das sind insgesamt 96MB.
3. Ethernet Karte (3COM Ethernet III 10/100, ISA)
4. Adaptec 1542C, nur um die Diskettenlaufwerke anzuschließen. Die SCSI-Plattenunterstützung des 1542C brauche ich nicht und kann per DIP-Schalter "disabled" werden. Das SCSI BIOS ist somit abgeschaltet, es müssen keine ASPI-Treiber installiert werden. Der integrierte Floppy-Controller-Chip des Adaptec ist im Vergleich zum Chip der Standard-Controller sehr tolerant und u.a. in der Lage, "Single Sided - Single Density" Formate zu lesen und zu schreiben. Die bei Standard-Controllern verwendeten Chips (NEC uPD765A oder Intel 8272A) können zwar viel Lesen, aber nur wenig schreiben (ein Schelm, wer Böses dabei denkt). Achtung: bei Verwendung eines anderen Floppy-Controllers muß im BIOS des Rechners der auf dem Mainboard integrierte Floppy-Controller abgeschaltet werden!

Braucht man eine Maus unter DOS?

Nicht zwingend! Moderne DOS Programme haben zwar fast alle Mausunterstützung, aber die Bedienung der Programme mit der Maus hält manchmal eher auf, als das sie nützt. Ich persönlich lege großen Wert auf eine ausgefeilte Tastaturbedienung, mit der man alle Funktionen eines Programms erreichen kann. Gerade bei DOS Anwendern, die viel spielen, ist eine Maus bzw. ein Joystick natürlich unumgänglich.

Top DOS einrichten

IBM DOS Speicheraufteilung

Die DOS Speicheraufteilung ist nicht unkompliziert. Dies ist historisch begründet: der IBM-PC war 1981 als Konkurrenz zu etablierten Mikrocomputern konzipiert worden, die auf dem 8-Bit Betriebssystem CP/M basierten (Osborne, Kaypro u.v.m.). CP/M-Maschinen konnten prinzipbedingt nur 64KiB Hauptspeicher verwalten. Daher ging man bei IBM davon aus, das der residente Teil des Betriebssystems (command.com) und Anwendungen in einem 'Single Task'- Betriebssystem wie DOS niemals mehr als 640KiB Speicher benötigen würden. So kam es zur Einführung der 640KiB Speichergrenze für DOS, obwohl man mit der verwendeten 16-Bit 8086/8088 CPU bis zu 1024KiB hätte adressieren können. Es war anfangs auch so, das man bereits mit 64KiB RAM ganz passabel arbeiten konnte. Der erste IBM PC 5150 wurde in der Minimal-Konfiguration mit nur 64KiB RAM ausgeliefert und das reichte den ersten Versionen von z.B. 'Wordstar' oder 'dBase II'. Sie wurden ja einfach von CP/M auf DOS umgesetzt und mussten ja auch unter CP/M mit 64KiB RAM auskommen. Der Nachfolger XT besaß bereits standardmäßig 128KiB RAM, wurde jedoch meist mit 'üppigen' 256KiB bestellt. Ab Mitte der 1980iger wurden die Ansprüche der Anwender an das Betriebssystem DOS höher, die Anwendungen wurden mit jeder neuen Version mit zusätzlichen, speicherfressenden Features versehen, speicherresidente Programme (TSR) und Treiber für Adapterkarten verursachten auch noch zusätzlichen Speicherbedarf, und so wurde die 640 KiB Speichergrenze wider Erwarten doch zum Problem. MS, IBM und andere findige Entwickler erkannten dies und begaben sich auf die Suche nach zusätzlichem Speicher, um das Problem zu lösen oder wenigstens zu mildern. Der Nachfolge-CPU Intel 80286 wurde im IBM AT 5170 verbaut und konnte bis zu 16MiB Speicher ansprechen. Um kompatibel zur Vorgänger-CPU zu bleiben, allerdings nur im sogenannten 'Protected Mode'. Normalerweise lief der 80286 aber im 'Real Mode' und verhielt sich dann wie ein höher getakteter 8088/8086. Jedenfalls bestand im 'Protected Mode' die Möglichkeit, Speicher oberhalb der 1MiB Grenze zu adressieren und somit die 384 KiB oberhalb der 640 KiB Grenze (ab 0xA000) zu nutzen, die eigentlich für das BIOS des IBM PC und das BIOS von Adapterkarten freigehalten werden mussten, damit diese in einem Speicherbereich lagen (also unter der 1MiB-Grenze), den die 80xx-CPU auch ansprechen konnte. In den meisten Konfigurationen wurde dieser Speicherbereich aber nur teilweise benötigt. In die ungenutzten Bereiche könnten also zumindest TSR- und Treiberprogramme auslagert werden, um so die 640KiB DOS Speicher weitgehend freizuhalten.

So wurde die Speicherverwaltung von DOS im Laufe der Zeit recht komplex und gibt es ziemlich viele Begriffe, deren Bedeutungen verstanden werden wollen. Zur Erinnerung: unter 640KiB, das ist der 'konventionelle Speicher', hier hat DOS die vollständige Kontrolle. Den Bereich über 640KiB (0xA0000) bis zur 1024KiB Grenze (0xF0000) könnte DOS zwar noch adressieren, aber hier gibt es - auch bei Rechnern, die mit 1MB RAM und mehr ausgestattet sind - normalerweise kein durch DOS ansprechbares RAM. Dieser Adressbereich wird als UMA (Upper Memeory Area) bezeichnet und ist reserviert: der Bildschirmspeicher der Grafikkarte, das eigene BIOS von Adaptern (z.B. SCSI-Controller, Netzwerkkarte) und das PC-BIOS selbst müssen zwingend in einen für DOS adressierbaren Adressbereich - also unter 1 MB - eingeblendet werden. Dieser Bereich mit seinen 384KiB wird aber im Normalfall von vorgenannten Erweiterungskarten bzw. dem BIOS nicht vollständig benötigt, manchmal werden insgesamt weniger als 128 KiB verwendet.

Damit DOS (ab der Version 5.0) auf RAM jenseits der 1024KiB Grenze zugreifen kann, muss die CPU vom Real Mode (der Modus, in dem DOS normalerweise läuft) in den sogenannten Protected Mode umgeschaltet werden. Diesen Modus gibt seit dem Intel 80286, in einer pratikableren Implementierung ab der i386 CPU. Um die freien Bereiche der UMA als RAM nutzen zu können benötigt man Treiber wie 'EMM386 oder 'UMBPCI'. Beide benutzen den 'Protected Mode' und können so auf real vorhandenen Speicher oberhalb der 1MB Grenze ('Extended Memory') zugreifen, um in den nicht belegten Bereichen der UMA weiteren für DOS-Programme adressierbaren Speicher einzublenden. Dazu muss der Bereich über 1MB ('Extended Memory') aber vorher durch einen weiteren Treiber - im Normalfall 'HIMEM.SYS' - zugänglich gemacht werden. HIMEM.SYS stellt ihn nach der 'Extended Memory Specification' (XMS) zur Verfügung und übernimmt die Verwaltung des Zugriffs der einzelnen Programme. XMS-Speicher kann von DOS Programmen neueren Datums, die auf DPMI ('DOS Protected Mode Interface') basieren, auch direkt benutzt werden.

Die nachfolgende Speicheraufteilung ist nur beispielhaft, da sie abhängig von der verwendeten Grafikkarte (CGA, EGA, Hercules, VGA), dem Vorhandensein von Zusatzkarten mit eigenem BIOS oder dem Computermodell ist (die IBM PS/2 Modelle belegen mit ihrem BIOS den oberen Teil der UMA).

memory-map
IBM DOS Memory Map
Zusätzliche Informationen: https://support.microsoft.com

Das war noch nicht alles, seit dem Erscheinen des Intel 80286 und einer hier vorhandenen zusätzliche Adressleitung gibt es auch noch die HMA ('High Memory Area'), mit der die ersten 64 KiB des Speichers oberhalb der UMA durch einen Trick als adressierbarer Speicher für DOS-Programme zur Verfügung gestellt werden können. Das zu vertiefen spare ich mir, es gibt tolle Seiten im Internet, die das sehr umfassend erklären: en.wikipedia.org

 

Treiberinstallation in CONFIG.SYS

Bemerkung: ich kann nicht auf jeden Parameter jedes Treibers eingehen, das würde alles sprengen. Ich weise nur auf persönliche Einstellungen hin. Die Versionen der Treiber und Programme sind immer die neuesten, die ich im Netz finden konnte.

1. MO-Laufwerk: hier benutze ich den originalen Treiber, der auf der originalen Fujitsu-Diskette zu finden ist (MODISKAP.SYS). Der Treiber sollte auch im Internet zu finden sein.
2. USB Unterstützung. Hier verwende ich die "Motto Hairu" Treiber USBASPI.SYS (ohne weitere Parameter, ich brauche kein USB-Floppy) und DI1000DD.SYS. Diese Treiber können ebenfalls im Internet bezogen werden. Ein USB Laufwerk muss übrigens bereits vor dem Booten angeschlossen sein, damit der Treiber es erkennen kann. Ist eben kein Plug&Play, wie man es von Windows her kennt. USB Sticks funktionieren übrigens nicht, nur Festplatten (bis ca. 120 GB), Speicherkarten, Zip-Laufwerke und - mit entsprechendem Parameter - USB Floppy Laufwerke, letzeres sogar bootfähig. Ist kein Laufwerk beim Booten angeschlossen, wird der Treiber nicht geladen und verbraucht somit auch kein RAM. Die 'Motto Hairu' USB-Treiber und viele(s) andere(s) findet man z.B. hier.
3. NANSI.SYS (schönere Prompts, ein bisschen Farbe in Batchdateien, DOS-Befehle auf Tastendruck). Ich ziehe NANSI.SYS dem Standart ANSI.SYS nicht vor, weil er nur 3KiB statt 4KiB RAM beansprucht, sondern weil er wesenlich schneller ist.
4.

EMM386.EXE tausche ich gegen UMBPCI.SYS. Ich brauche kein EMS, und dieser Speichermanager verbraucht viel weniger konventionellen Speicher. Abhängig vom Chipsatz ihres Mainboards kann es bei Verwendung von UMBPCI.SYS notwendig sein, zusätzlich den Treiber LOWDMA.SYS zu installieren. Dieser darf in keinem Fall hochgeladen werden. Bei meinem Mainboard mit Intel Chipsatz 440BX muss er installiert sein, sonst habe ich Probleme mit Diskettenzugriffen, wenn z.B. DOSLFN hochgeladen wird und in den Speicherbereich unter E000h rutscht. Dieser Bereich ist bei meinem Board nicht ISA-DMA fähig. Lesen Sie bei Verwendung zum besseren Verständnis von UMBPCI.SYS unbedingt die Seite von Uwe Sieber. Weitere Links mit Tipps zu den DOS-Konfigurationsdateien: www.deinmeister.de, www.madsenworld.dk

5. IFSHLP.SYS, für spätere Netzwerkinstallation

Programme/TSR's in der AUTOEXEC.BAT

1. SMARTDRV.EXE beschleunigt den Dateizugriff erheblich. Allerdings habe ich mich für LBACache aus FreeDOS entschieden. Es braucht viel weniger Speicher als „Smartdrv“ und ist wohl das modernste Cache-Programm, das man momentan für DOS finden kann. Die Pufferung für die Diskettenlaufwerke A und B schalte ich nicht ein. LBACache werden 12 MB Speicher zugeteilt, es ist ja genug 'Extended Memory' vorhanden. 12MB schneller Cache unter DOS, das macht sich effektiv bemerkbar! Weitere Cache-Programme: "Norton Desktop" beinhaltet "nwcache2", "PC Tools Desktop" bringt "pc-cache" mit. Bestimmt keine schlechten Programme, aber mehr als 15 Jahre älter als "LBACache". Das gleiche gilt für die Cache-Programme "Hyperdisk 4.65" und "Super.exe" aus "PC-Kwik 3.1". Alle können m.E. nicht mal mit "Smartdrv" aus DOS 7.1 mithalten. Da ich von den letztgenannten nur "Shareware" besitze, habe ich sie nach dem Testen wieder gelöscht.
Tipp: mehr Cache-Speicher benötigt nicht nur mehr XMS, sondern aus Verwaltungsgründen auch mehr konventionellen Speicher bzw. wenn das Programm hochgeladen wird, auch mehr Speicher in den UMB's.
Tipp: Bei Verwendung eines Cache-Programms sollte man den Eintrag BUFFERS in der CONFIG.SYS auf 3 heruntersetzen, sonst wird zweimal gepuffert!
2. VSHIELD: ein Virenscanner sollte laufen, besonders wenn Spiele installiert werden. Ich habe die schlechte Erfahrung gemacht, das sich auch auf manchen Originaldisketten im Laufe der Jahre ein Bootsektor-Virus oder ähnliches eingenistet haben kann. Es gibt allerdings keine aktuellen Virenscanner, die unter DOS betreibbar sind. Das muss aber auch nicht sein. Die Viren, die hier vorkommen können, deckt ein Virenscanner von 1998 (McAfee 2.6 mit Virendefinitionen der Version 3.2.2) weitestgehend ab.
3. Für das CD-ROM verwende ich SHCDX33E. Er braucht wesentlich weniger Speicher als MSCDEX.
4. KEYB.COM ersetze ich durch KBD.COM. Das ist ein kleiner, allerdings nur deutscher Tastaturtreiber, der auch den Treiber COUNTRY.SYS in der CONFIG.SYS obsolet macht. Trotzdem sollte der Eintrag COUNTRY.SYS nicht entfernt werden, einige Programme benutzen diese Einstellungen (z.B. für das Anzeigeformat von Datum und Uhrzeit)
5. CTMOUSE wird als Maustreiber eingesetzt. Er braucht wenig Speicher und kann mit allen Mäusen.
6. Für die Ramdisk verwende ich XMSDSK. Ich teile ihr 32 MB XMS-Speicher und den Laufwerksbuchstaben Z:. zu. Das ist ist üppig, aber komfortabel zum Entpacken von großen Archiv- und Installationsdateien. Einige DOS Programme bieten eine Einstellung für temporären Speicher. Den habe ich - wo möglich - auch auf Z: (der Laufwerksbuchstabe der RAM-Disk) gelegt.
   

Wenn diese Konfiguration gebootet wird, ohne irgendwas in UMB's hochzuladen, dann bleiben nur noch ca. 560 KiB konventioneller Speicher übrig. Das Speicheroptimierungsprogramm MEMMAKER (Bestandteil von DOS 7.1) kann hier zwar helfen, Feintuning aber nicht ersetzen. Soll MEMMAKER eingesetzt werden, ist es übrigens besser, temporär EMM386 mit der Option NOEMS in der CONFIG.SYS wieder zu aktivieren. Ich ziehe manuelles Speichertuning vor:

1. Dabei immer wichtig: eine DOS 7.1 Bootdiskette mit deutschem Tastaturtreiber und einem ASCII-Editor (z.B. edit.com) oder z.B. Volkov Commander! Falls was schiefgeht und der Rechner nicht mehr hochfährt, kann man von der Diskette booten und die Konfigurationsdateien bearbeiten. Gute Praxis ist, vor dem Laden der verschiedenen Treiber und Programme ein PAUSE-Statement einzubauen, damit man besser feststellen kann, wo es hakt. Es gibt übrigens auch die Möglichkeit, in der CONFIG.SYS den Ablauf anzuhalten: suchen Sie im Netz nach PAUSE.SYS.
2. CONFIG.SYS: alle hochladbaren Treiber mit DEVICEHIGH versuchen, in den UMB's unterzubringen. Auch bei BUFFERS, FILES, STACKS und LASTDRIVE ein HIGH anhängen (z.B. "FILESHIGH=50").
3. AUTOEXEC.BAT: alle Programme mit LOADHIGH hochladen. Ausnahmen: McAfee's VSHIELD und XMSDSK, die laden sich ohne LOADHIGH automatisch hoch.
4. Danach sollte "mem /c /p" schon mehr freien Speicher anzeigen.
5. Notieren Sie sich die Größen, die die Programme im Speicher belegen, denn diese Werte sind für eine Optimierung relevant. "mem /c /p" zeigt das ja an. Sie können die Ausgabe von "mem /c" auch in eine Datei umleiten, dann ersparen Sie sich das Aufschreiben: "mem /c >c:\mem.txt"
6. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, die Programme mit dem größten Speicherbedarf soweit möglich zuerst zu laden. In der CONFIG.SYS wie auch in der AUTOEXEC.BAT. Das liegt daran, das sich die Treiber und Programme immer den größten freien UMB suchen. Werden kleine Treiber oder Programme/TSR's zuerst geladen, belegen sie immer den größten vorhandenen UMB, auch wenn sie in einen kleineren passen würden. Größere Treiber und Programme sind dann vielleicht nicht mehr komplett in einem UMB unterzubringen und laden sich dann in den konventionellen Speicher. Wichtig ist aber, die größeren Programme/Treiber in den UMB's unterzubringen und wenn's dann nicht mehr reicht, ein paar kleinere im konventionellen Speicher zu haben. Es ist ein Geduldsspiel, man muss wirklich rumprobieren. Zugegeben, FreeDOS macht das besser. Tipp: googel'n Sie "Optimizing your Use of Upper Memory Blocks". Sie müssten bei Microsoft einen Artikel finden, der einen interessanten Absatz enthält: "Finding the best Load Order". Ich habe meine 628KiB freien konventionellen Speicher nur über die Reihenfolge hingekriegt.
Es gibt natürlich noch die Möglichkeit, einzelne Programme gezielt in bestimmte UMB's zu laden. Wird bei DEVICEHIGH oder LOADHIGH beispielweise der Parameter /L:1 angegeben, wird versucht das Programm in diesen UMB abzulegen. 'MemMaker' macht das so. Wenn man hier manuell vorgeht sollte man aber Bescheid wissen welche UMB's in welcher Größe zur Verfügung stehen.
7. Optimierte und funktionierende Konfigurationsdateien immer sichern. Eine spätere Programminstallation kann den ganzen schönen Feinschliff über den Haufen werfen. Ausserdem ist man froh, noch Konfigurationsdateien zu haben, mit denen man nicht mehr funktionierende schnell wieder ersetzen kann, falls der Rechner mal während des Bootens stehenbleibt.

Am Ende sollten mindestens 620KiB freier Speicher vorhanden sein, aber das hängt natürlich von den benötigten Treibern und TSR-Programmen ab. In der beschriebenen Konfiguration sind es 628KiB, wenn ein USB Laufwerk angeschlossen und VSHIELD resident geladen ist. Das ist das Maximum, das mit DOS 7.1 möglich ist. Stimmt nicht ganz: man könnte mit dem Treiber 'hiram.exe' HIMEM.SYS noch hochladen, dann wären es 1KiB mehr, also 629KiB.

Meine derzeitige CONFIG.SYS (mit meinen Kommentaren)

REM ---------- COMMAND INTERPRETER ENVIROMENT
SHELL=C:\COMMAND.COM /P /E:1024
DOS=HIGH,UMB
DEVICE=C:\DOS71\HIMEM.SYS /TESTMEM:ON
REM DEVICE=C:\DOS71\EMM386.EXE i=E000-EFFF i=B000-B7FF NOEMS
DEVICE=C:\DRIVERS\MEMORY\UMBPCI\UMBPCI.SYS
DEVICE=C:\DRIVERS\MEMORY\UMBPCI\LOWDMA.SYS
BUFFERSHIGH=3,0
FILESHIGH=80
LASTDRIVEHIGH=Z
STACKSHIGH=9,256
FCBSHIGH=4,0
REM ANSIPLUS braucht zuviel Speicher (36KB), ANSIPLSR braucht
REM weniger, hat aber kein Scroll-Back der Kommandozeile
REM DEVICEHIGH=C:\DRIVERS\ANSIPLUS\ANSIPLUS.EXE
REM ---------- USB DRIVER
REM Der Treiber USBASPI.SYS verbraucht nur Speicher, wenn ein USB Laufwerk
REM (nur Harddisk, ZIP, CD ROM) beim Booten angeschlossen ist.
DEVICEHIGH=C:\DRIVERS\USB\USBASPI.SYS
DEVICEHIGH=C:\DRIVERS\USB\DI1000DD.SYS
REM ---------- MO DRIVER
DEVICEHIGH=C:\DRIVERS\MO\MODISKAP.SYS
REM ---------- SCREEN
DEVICEHIGH=C:\DOS71\NANSI.SYS
REM ---------- CD-ROM DRIVER
DEVICEHIGH=C:\DOS71\VIDE-CDD.SYS /D:IDE-CD
REM ---------- NETWORK
DEVICEHIGH=C:\NET\IFSHLP.SYS
REM ---------- DOS VERSION
DEVICEHIGH=C:\DOS71\SETVER.EXE
REM ---------- GERMAN CONVENTIONS
REM Wird zwar bei KBD.COM (siehe autoexec.bat) nicht benötigt,
REM ist aber trotzdem eingebunden, da manche Programme landesspezifische
REM Information aus der COUNTRY Einstellung beziehen
COUNTRY=049,,C:\DOS71\COUNTRY.SYS
REM ---------- SERIELL/PARALLEL COMMUNICATION
REM Serielle oder parallele Übertragung von oder auf einen anderen Computer.
REM .
REM 1. Die Rechner optimalerweise mit einem parallelen Laplink Kabel
REM    verbinden. Den PAR Umschalter auf 'A Laplink' stellen.
REM 2. Auf dem Host-Rechner (Server) das Programm INTERSRV.EXE starten
REM    Beispiel: intersvr c: (um die Diskettenlaufwerke auszublenden).
REM 3. Bei diesem Rechner das REM vor 'INTERLNK' entfernen und neu booten
REM .
REM Bei aktueller Konfiguration und installierter Verbindung wird
REM normalerweise der Laufwerksbuchstabe I: für den Server vergeben.
REM Um den Laufwerksbuchstaben zu ermitteln, mit dem verbunden wurde:
REM einfach nochmal INTERLNK eingeben.
REM .
REM DEVICE=C:\DOS71\INTERLNK.EXE /NOPRINTER

Meine derzeitige AUTOEXEC:BAT (mit Kommentaren)

@ECHO OFF
REM C:\WINDOWS\NET START
REM **********************************************************************
REM ** ACHTUNG !!! **
REM ** Das Hochladen der Programme erfolgt in der optimalen **
REM ** Reihenfolge. Veränderungen bewirken, das u.U. weniger konvent- **
REM ** ioneller DOS Speicher innerhalb der 640K zur Verfügung stehen. **
REM **********************************************************************
REM ---------- Farben
SET GREEN=
SET BROWN=
SET WHITE=
REM ---------- Pfade und Umgebungsvariablen
SET DOS71=C:\DOS71
SET DISKIMG=C:\DISKIMG
SET VIRUSDIR=C:\VIRUS
SET DIRCMD=/4
SET PMDIR=C:\DOSDESK\PM
SET PCTOOLS=C:\DOSDESK\PCTOOLS\DATA
SET 1DIRPLUS=C:\DOSDESK\1DIRPLUS
SET TEMP=Z:
SET LIB=C:\DOSDEV\QC25\LIB
SET INCLUDE=C:\DOSDEV\QC25\INCLUDE
SET WATTCP.CFG=C:\DILLODOS\BIN
SET SCREENTHIEF=C:\ /M- /O:BMP
SET TDCHECK=%DISKIMG%\TELEDISK

SET PATH=%DOS71%;%DOS71%\BATCH;%DOS71%\NORTON;C:\DOSDESK\PM;C:\DISKIMG\TELEDISK;
SET PATH=%PATH%%DISKIMG%\IMD;%DISKIMG%\ANADISK;C:\EMULATOR\22DISK;C:\GUI\FLW;
SET PATH=%PATH%C:\NSSI;%VIRUSDIR%\MCAFEE;%VIRUSDIR%\FPROT;C:\UTIL\NSSI;C:\WORD;
SET PATH=%PATH%C:\GUI\NDO;C:\DOSDEV\QC25\BIN;C:\UTIL\SCRCHIEF;C:\DILLODOS

REM ---------- VIDEOMODUS
CALL TM.BAT
REM ---------- CACHE
ECHO %BROWN%
LH C:\DRIVERS\LBACACHE\LBACACHE.COM 12288
ECHO %WHITE%

REM ---------- MCAFEE VShield
SET VCHOICE=1
ECHO %GREEN%
CHOICE VSHIELD laden /c:JN /tJ,5
if ERRORLEVEL 2 SET VCHOICE=2
if %VCHOICE% == 1 %VIRUSDIR%\MCAFEE\VSHIELD /NOEXPIRE /BOOTACCESS
ECHO %WHITE%

REM ---------- LONG FILENAMES
LH DOSLFN /Z:C:\DOS71\CP437UNI.TBL
REM ---------- CD ROM LETTER X
LH C:\DRIVERS\CDROM\SHCDX33E /D:IDE-CD /C /L:X
REM ---------- FILE SHARING (nur bei Netzwerkbetrieb notwendig)
LH C:\DOS71\SHARE.EXE
REM ---------- KEYBOARD SPEED
MODE CON RATE=32 DELAY=1
REM ---------- REPEAT COMMAND LINE
LH DOSKEY
REM ---------- MOUSE
LH CTMOUSE /Y
REM ---------- GERMAN KEYBOARD DRIVER
LH C:\DRIVERS\KBD\KBD
REM ----------
LH KILLER
REM
REM ---------- For locking volumes to enable "direct disk access":
CALL LOCKDRV.BAT
BREAK ON
REM ---------- LFN in FOR Batchschleifen
LFNFOR ON
REM ---------- RAMDISK
XMSDSK Z: 32768 /Y /T
REM ---------- MCAFEE VShield
ECHO %GREEN%
if %VCHOICE% == 1 %VIRUSDIR%\MCAFEE\VSHIELD /RECONNECT
ECHO %WHITE%
REM ---------- PROMPT (s.a. PROMPT.TXT im Verzeichnis DOS71)
PROMPT $e[0;33;40m$t$e[6D/$d$e[5D$e[40;32m$l$e[37;40m$p$e[40;32m$g$e[40;37m
REM ---------- HELP FOR BATCHES
CALL PRG.BAT
ECHO %BROWN%
VER
ECHO %WHITE%

 

Anmerkungen:

  • Warum "NET START" aufgerufen wird, aber keine weiteren Netzwerktreiber eingebunden werden, dazu komme ich weiter unten bei Netzwerk bzw. dem Abschnitt mit "Windows 3.11".
  • Die „SET“ und die „PATH“ Anweisungen hängen natürlich von den installierten Programmen ab.
  • Es wird auffallen, das zwar eine Soundkarte eingebaut ist, aber nicht installiert wird. Das liegt daran, das MPXPlay auch ohne entsprechende Treiberinstallation MP3’s einwandfrei abspielt. Das Programm hat eine automatische Erkennung der Soundkarte. Spielen tue ich an der Kiste nicht, folglich brauche ich die Soundkarte nur für MPXPlay. Wenn Sie DOS-Spiele einrichten, sollte natürlich der Soundkarten-Treiber dauerhaft in der 'autoexec.bat' installiert werden.
  • TM.BAT („TM -c80 -r34“) setzt den Textmode auf 34 Zeilen und 80 Spalten, ich habe einen großen 17" Monitor (das Utility TM (Text Mode) zum Setzen des Textmodes auf VGA-Karten ist Freeware)
  • Die ECHO's mit den ANSI-Farben sind nur eine Spielerei und können wie das Setzen des Textmodes („TM.BAT“) natürlich auch weggelassen werden. Das kryptische PROMPT sollte Sie ebenfalls nicht irritieren, ein einfaches „PROMPT $P$G“ tut's auch. Die von mir erstellte Batch-Datei "PRG.BAT" zeigt Infos zu anderen Batches an, mit denen ich verschiedene Programme starte.
  • KILLER soll fehlerhafte Opcodes eliminieren. Wenn es bei einem Rechner Ärger macht: rauswerfen
  • SHARE ist eigentlich nur bei Netzwerkbetrieb notwendig, kann ansonsten auch weggelassen werden. Dann werden ca. 5 KiB in den UMB's frei, die man vielleicht für was anderes nötiger brauchen könnte.
  • VSHIELD ist die speicherresistente Variante des McAfee Virenscanners. Dadurch wird jede Diskette, die ich einlege automatisch untersucht. Die Erfahrung hat gezeigt, das ein Virenscanner beim Archivieren hunderter alter Disketten kein Luxus sondern Notwendigkeit ist.
  • Durch die Abfrage mit CHOICE kann ich beim Booten das Laden von VSHIELD optional auch unterdrücken.

So sieht mein "mem /c" nach der Optimierung aus (mit USB-Laufwerk):

floppyformat

Es sind also noch knapp 4KiB in den UMB's verfügbar. Das eine oder andere kleinere Programm oder Treiber wäre also schon noch unterzubringen.

Hier die Ausgabe von mi (diesen mem-Ersatz finden Sie auch auf der Seite von Uwe Sieber unter 'Utilities'). mi zeigt die Speicherbereiche, in die Treiber und TSR-Programme 'eingenistet' wurden. Im Bereich zwischen 0xA0000 und 0xC7FFF liegt der Bildschirmspeicher und das BIOS meiner VGA-Karte, darüber die ersten UMB's, beginnend mit USBASPI. In der Tabellenspalte 'Unterer' sieht man die Treiber, die 'konventionellen Speicher' belegen.

mi

Top Bemerkungen zu den nachfolgenden Screenshots

Leider liessen sich unter DOS mit Screenthief von mehreren grafischen DPMI-Programmen keine Bildschirmfotos erzeugen. Mir blieb daher nur die Möglichkeit, die Screenshots in einer Virtuellen DOS-Maschine zu machen. Diese habe ich nach einigen Versuchen mit VirtualBox auf meinem iMac eingerichtet. Die Festplatte des DOS-Rechners habe ichausgebaut, über USB an den Mac angeschlossen und gesamte DOS7.1-Partition in ein ISO-Image kopiert, welches als virtuelles CD-Laufwerk in die VM eingebunden werden konnte. Unter Zuhilfenahme einer DOS 7.1 Bootdiskette wurde die Festplatte der VM eingerichtet, dann der komplette Inhalt des (virtuellen) CD-ROM Laufwerks einfach auf die virtuelle Festplatte kopiert. Einige Änderung in der DOS 7.1 Konfiguration mussten für den Betrieb in der VM vorgenommen werden:

1. "UMBPCI" als Memory Manager hat nicht funktioniert, dieser wurde durch "EMM386" ersetzt.
2. Der kleine deutsche Tastaturtreiber "KBD" machte Ärger, musste gegen den Standard-Treiber "KEYBOARD.SYS" ausgetauscht werden.
3. Der native ATI-Treiber funktionierte unter Windows 3.11 nicht. Hier konnte ein Standard-SVGA Treiber gefunden werden, der lief, allerdings nur mit 256 Farben.
4. Als Packet-Netzwerktreiber wird "PCNTPK" (Gwynr Software) mit der Einstellung "AM97C970A" in der VM verwendet. Funktioniert mit "DILLO".

Zudem verwende ich am iMac eine Windows-USB Tastatur für die VM, ist doch etwas praktischer.

 

Top Software installieren

Disketten Images    
  TELEDISK

Das ist die Hauptaufgabe des Rechners. Ich habe die Teledisk-Versionen 2.16 und 2.23. Letztere wäre angeblich schneller, kann ich aber nicht nachvollziehen. Das Programm arbeitet absolut zuverlässig, ist lauffähig vom 4,77 bis zum 1200MHz (mehr habe ich nicht getestet), von monochromen Systemen bis VGA. Einfache Kopierschutzmechanismen kopiert es einfach mit. VGACopy ist nachfolgend nicht aufgeführt, da ich es überhaupt nicht verwende.

memory-map

  ANADISK

Kann alle möglichen Diskettenformate kopieren. Zeigt aber auch, welches Format eine Diskette hat.

  22DISK

Ist sehr praktisch, um viele CP/M Formate zu verarbeiten. Kann formatieren, Verzeichnisse anzeigen und einzelne Dateien von und zu einer CP/M Diskette kopieren.

22disk-122disk-222disk-3

  FDRW Von Falk Huth, in der Version 2.0 das beste Programm, um unter DOS "img"-Images zu verarbeiten
  IMAGEDISK

Eigentlich das beste Programm zum Erzeugen und Wiederherstellen von Disketten-Image's. Ich habe es leider erst nach TELEDISK entdeckt. "ImageDisk 1.18" hat wesentlich mehr Möglichkeiten zur manuellen Einstellung als TELEDISK, welches alles automatisch macht. Unter anderem kann es DD Disketten auf HD Laufwerken mit passender Spurbreite erzeugen (Double Step), die dann auch auf DD Laufwerken beschreibbar sind. Schade, da hatte ich schon 500MB Images mit TELEDISK erzeugt und wollte dann nicht mehr wechseln. Zwar kann "ImageDisk" die Images von "Teledisk" ("td0") in sein eigenes Format ("imd") umwandeln, aber das war mir zuviel Arbeit und zu fehlerträchtig. Klare Empfehlung: jeder, der so ein Software-Archiv neu anfängt, sollte "ImageDisk" verwenden!

imd-122disk-2imd-3imd-4

File Manager  

Viele DOS Anwender hatten Anfang der 80iger Jahre Schwierigkeiten, Datei-Operationen (kopieren, Löschen, neue Verzeichnisse anlegen, ASCII-Dateien bearbeiten...) auf der Kommandozeile durchzuführen. Die Software-Hersteller erkannten dieses Problem und brachten Programme auf den Markt, die dieses Probleme beheben oder entschärfen sollten.

Alle nachfolgend aufgeführten File-Manager visualisieren die Verzeichnisstruktur einer Festplatte. Der Anwender bekommt einen besseren Überblick über deren Inhalt und kann besser Navigieren. Alle Programme beherrschen die Grundfunktionen zum Löschen, Umbenennen und Kopieren von einer oder mehreren Datei(en), können Verzeichnisse anlegen, umbennen und löschen. Man kann Dateiattribute verändern und ASCII-Dateien editieren. Die leistungsfähigeren besitzen Funktionalität zum Packen und Entpacken von Archiven, wobei die spezifischen Pack-Programme normalerweise extern definiert werden müssen. Viele haben auch die Möglichkeit verzeichnis-übergreifende Datei-Operationen (kopieren, löschen) durchzuführen und dafür XMS-Speicher zu verwenden. Die meisten erlauben es, über ein konfigurierbares Menü aus dem Programm heraus externe Anwendungen zu starten.

Selbst verwende ich eigentlich nur den DOS Navigator und manchmal den Norton Commander. Ich möchte nachfolgend aber auch einige andere File-Manager auflisten. Die hatten oder haben vielleicht immer noch ihre Fan-Gemeinde. So hat man sie mal gesehen bzw. geraten sie nicht ganz in Vergessenheit. Jeder hat in dieser Kategorie Software seinen eigenen Favoriten, wober 'XTree' und der 'Norton-Commander' mit Sicherheit die größte Verbreitung hatten.

  DOS NAVIGATOR

Diesen sehr umfangreichen, russischen Festplattenverwalter gibt es in mehreren Versionen, alle sind Freeware. Die Version 6.4 (DN OSP) für den DPMI Mode ist mein Favorit, sie hat das beste Speichermanagement und unterstützt lange Dateinamen. Werden andere Programme gestartet, bleibt nur ein Re-Loader mit 1,5KB im Speicher, der Rest des Programms wird in den XMS-Speicher ausgelagert. Der "DOS Navigator" ist zwar vollständig mit der Maus bedienbar, das nutze ich persönlich aber kaum. Mit der Tastatur geht alles viel schneller. Das ich dieses Programm dem "Norton Commander 5.5" vorziehe, liegt nur an Kleinigkeiten bei der Tastaturbedienung. Eine Weiterentwicklung des "DOS Navigator" ist der "Necromancer DOS Navigator 2.31". Ich kann keine wichtigen Unterschiede erkennen.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: ja Dateifenster: 2 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: ja Dateiviewer: ja Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Telefonbuch, Terminkalender, Taschenrechner, ASCII-Tabelle, Terminal, Bildschirmfoto

DN-1DN-2DN-3DN-4DN-5DN-6DN-7DN-8

  NORTON COMMANDER

Die letzte (deutsche) DOS-Version 5.51 des weitverbreiteten Dateimanagers ist neben "XTree" sicher das bekannteste Programm in der Riege der Dateiverwalter. Die Technik mit den zwei Laufwerksfenstern und der gleichzeitig benutzbaren Kommandozeile haben bis in die heutige Zeit unzählige File-Manager kopiert, auch solche, die unter GUI’s laufen.Die Version 5.5 unterstützt nun auch lange Dateinamen. Vorteile des NC 5.5 gegenüber dem 'DOS Navigator' ist die Möglichkeit, Verzeichnisse zu synchronisieren sowie die gute Online-Hilfe.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: ja
Kommandozeile: ja Dateifenster: 2 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: zip Dateiviewer: ja Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Terminal

NC-1NC-2NC-3NC-4NC-5NC-6

  XTREE

'Xtree 3.01' ist ebenfalls ein Programm, das nach Erscheinen des IBM PC 1985 in seiner ersten Version auf den Markt kam. Die Version 3.0 ist die letzte, die für MS-DOS erschienen ist. 'XTree' weicht mit seiner Bedienungsart doch ziemlich von den anderen Dateiverwaltungs-Programmen ab. Der Festplatteninhalt bzw. deren Verzeichnisstruktur wird als Baumansicht in einem Fenster dargestellt. Die Details - also der Inhalt eines Verzeichnisses - in einem kleineren Fenster im unteren Bildschirmbereich. Es zählt in der Version 3 mit Sicherheit zu den leistungsfähigsten Programmen dieser Art, wenn man sich an die Bedienung mal gewöhnt hat. 'XTree' wurde lange weiterentwickelt. So gibt es auch Versionen bzw. Clones, die für MS Windows angepasst wurden ('ZTreeWin') und auch einige Clones (z.B. 'XFile', 'FileMaster'). Der Hersteller 'Executive Systems' wurde 1993 von 'Central Point Software' ('PCTools') übernommen.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: teilw.
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 1 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: ja Dateiviewer: ja Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

XT-1XT-2XT-3XT-4XT-5XT-6

  DOS CONTROL CENTER

In der Version 5.1.1 ein mächtiges Programm, vielleicht sogar das Mächtigste in dieser Kategorie. Leider ist es "Shareware" und hat lästige Einblendungen mit der Aufforderung zur Lizenzsierung. Ich habe daraufhin versucht, eine Vollversion zu erhalten (nur 19 EUR), aber keine Antwort des Lizenzgebers bekommen. Wie der "Norton Commander" kann DCC Verzeichnisse synchronisieren. Ansonsten ist der Leistungsumfang in etwa wie der des "DOS Navigator".

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: ja
Kommandozeile: ja Dateifenster: 2 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: ja Dateiviewer: ja Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Karteikasten, Terminkalender, Taschenrechner, ASCII-Tabelle, Terminal, Scandisk

DC-1DC-2DC-3DC-4DC-5DC-6

  VOLKOV COMMANDER

Ein einfacher Dateimanager von Vsevolod Volkov (Ukraine), der - wie alle 'Norton Commander' Clones - mit zwei Laufwerksfenstern arbeitet. VC kann an den Funktionsumfang der vier erstgenannten File Manager nicht heran. Sein größter Vorteil: aufgrund reiner Assemblerprogrammierung ist er kompakt und sehr schnell, er passt so auf jede Boot-Diskette. Er läuft problemlos auf auch moderner Hardware. Ich persönlich mag eigentlich nur die Bedienung des integrierten ASCII-Editors nicht, aber das ist Geschmackssache.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: nein Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: ja Dateifenster: 2 Programmstartmenu: nein
Pack/Unpack: extern Dateiviewer: extern Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

VC-1VC-2VC-3

  PCTOOLS

Die erste Version der 'PCTools' der Firma 'Central Point Software' (s.a. DOS Desktop) kam 1985 auf den Markt. 'PCTools' war am Anfang eine Programmsammlung aus 'File-Manager', Backup- und Restore-Programm sowie einigen anderen Werkzeugen. Die Auswahl des Arbeitsverzeichnisses erfolgt - ähnlich 'XTree' - über eine Baumdarstellung der Verzeichnisstruktur. Verzeichnisübergreifende Dateioperationen sind nicht möglich. Die hier gezeigte Version 4.3 ist auf moderner Hardware nicht mehr lauffähig.

Mausbedienung: nein Verzeichnisübergreifend: nein Int. Editor: ja
XMS-Speicher: nein Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: nein Dateifenster: 1 Programmstartmenu: nein
Pack/Unpack: nein Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

PCTOOLS-1PCTOOLS-2PCTOOLS-3PCTOOLS-4PCTOOLS-5PCTOOLS-1

  PATHMINDER

Der "PathMinder 4.0" ist ein Klassiker und das Programm meiner frühen Jahre. 1984 erschienen ist es vom Leistungsumfang her in die Jahre gekommen, läuft aber unter jeder DOS Version und auch auf einem XT, wenn nur 256KB Speicher und eine monochrome Textkarte vorhanden sind. Es arbeitet mit einem Dateifenster und ist dank reiner Assembler-Programmierung schnell und kompakt. Leider kann PM keine ganzen Verzeichnisse kopieren oder löschen. Mit dem integrierten Editor habe ich lange Zeit die Quelltexte meiner C-Programme bearbeitet. Das Programm ist auch auf moderner Hardware lauffähig.

Mausbedienung: nein Verzeichnisübergreifend: nein Int. Editor: ja
XMS-Speicher: nein Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 1 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: nein Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

PM-1PM-2

Es gibt noch einen Clone des 'Path Minder' mit der Bezeichnung 'Path Miser Shell'. Dieses Programm ist gegenüber dem Original in nur wenigen Punkten verbessert, darum führe ich es hier nicht gesondert auf.

  STAR MANAGER

Der 'Star Manager 2.0' ist ein Programm der deutschen Softwareschmiede "Star Division" und ähnelt von der Optik her den frühen Dateimanagern von Windows 1.x und 2.x. Die bekanntesten Produkte der Lüneburger Softwareschmiede dürften aber der "Star Writer" sowie "Star Office" gewesen sein. Viele der neueren GUI-Produkte der "Star Division" basieren auf der plattform-übergreifenden Bibliothek "Star View", die die Firma selbst entwickelt hat. Die "Star Division" wurde 1999 von SUN übernommen, die "Star Office" als "OpenOffice" weiterentwickelten.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ? Undelete: ja Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 1 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: nein Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Karteikasten, Terminkalender, Taschenrechner, ASCII-Tabelle

SM-1SM-2SM-3SM-4

  GVFM

GVFM (Graphic Vision File Manager) ist ein grafisches DPMI-DOS Programm, eine der Demo's für die objektorientierte 'Graphic Vision' GUI-Bibliothek. Die Optik und die Bedienung ist stark an den Windows Explorer angelehnt. Ein dazu passender externer ASCII-Editor ist ebenfalls als Demo verfügbar und kann eingebunden werden.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: nein Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 2 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: nein Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Kalender, Zeichensatztabelle und Taschenrechner

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  ADRENAL MANAGER

Ein für DOS-Verhältnisse außergewöhnliches Programm ist die Freeware 'Adrenal Manager' vom Finnen Jani Vuorinen. Der grafische File-Manager arbeitet mit zwei Dateifenstenr, verfolgt aber ansonsten ein etwas anderes, stärker auf die Bedienung mit der Maus ausgerichtetes Bedienungsprinzip als der Norton Commander und seine Clones. Es gibt kein 'Pull Down' Menü, dafür im unteren Teil mehrere Zeilen mit Schaltflächen, über die das Programm bedient wird. Eine ganz ähnliche Aufmachung hat 'Directory Opus', ein bekannter Datei-Manager aus der Amiga-Welt.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: nein Verzeichnis synchronisieren: teilw.
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 2 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: ja Dateiviewer: ja Dateisuche: ja
Zusatzprogramme: Binäreditor

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  TUTORDO

'Tutordo' stammt aus Italien (Marcello Vinci) und wird derzeit noch weiterentwickelt. Er besitzt nur ein Dateifenster, was aber - ähnlich XTree - keine echte Einschränkung darstellt. Als ASCII-Editor wird der DOS Editor eingebunden.

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: ja
XMS-Speicher: ja Undelete: nein Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: indirekt Dateifenster: 1 Programmstartmenu: ja
Pack/Unpack: extern Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

TUTORDO-1TUTORDO-2TUTORDO-3TUTORDO-4

  PC-VALET

Ein ähnlicher Datei-Manager wie 'Tutordo' ist auch PC-Valet'. Er besitzt auch nur ein Dateifenster, ist eine Mischung aus 'Xtree' und '1Dir'. Es gibt kein Pull-Down-Menu. Das ansonstern sehr einfach gehaltene Programm ist mit 25K Speicherbedarf sehr kompakt.

Mausbedienung: nein Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: nein, extern
XMS-Speicher: nein Undelete: nein Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: nein Dateifenster: 1 Programmstartmenu: nein
Pack/Unpack: extern Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

VALET-1VALET-2VALET-3VALET-4

  PINCO

'Pinco's Commander' reiht sich wieder ein in die Riege der 'Norton Commander' - Clones. Es stellt keine großen Hardware-Ansprüche und läuft ab 20286-CPU

Mausbedienung: ja Verzeichnisübergreifend: ja Int. Editor: nein, extern
XMS-Speicher: nein Undelete: nein Verzeichnis synchronisieren: nein
Kommandozeile: nein Dateifenster: 2 Programmstartmenu: nein
Pack/Unpack: extern Dateiviewer: nein Dateisuche: ja
Zusatzprogramme:

PINCO-1PINCO-2

 

Alle anderen Programme wie FILE WIZARD, GENESIS COMMANDER, MIDNIGHT COMMANDER, DIRTREE und wie sie alle heißen, sind ähnliche Programme. Eine Sonderstellung nimmt der STAR COMMANDER ein. Auch er ist ein NC-Clone und von daher durchaus als Dateiverwalter zu gebrauchen. Sein Hauptzweck besteht jedoch darin, über serielle oder parallele Schnittstelle angeschlossene 15xx-Laufwerke die Diskettenformate aller Commodore 8-Bit Homecomputer lesen und schreiben zu können.

 

DOS Desktops Text   Die Screenshots der nachfolgenden DOS Desktops wirken verzerrt, beide laufen im 43 Zeilen Modus.
(textbasiert) NORTON DESKTOP

Im Grunde genommen ist der "Norton Desktop 1.0" eine Kombination aus "Norton Commander" und "Norton Utilities", zusammengefasst in einem einzigen Programm. Für das reine Dateimanagement ist das Ganze schon fast überladen. Aber es fehlt auch nichts: mehrere Laufwerksfenster öffnen, Dateien per "Drag&Drop" zwischen der Fenstern kopieren oder verschieben, Backups machen, Undelete von gelöschten Dateien, ASCII-Editor, Anti-Virus, Systeminfo, Disc Doctor und viele kleine Applikationen wie Scheduler, Taschenrechner und Terminal sind integriert.

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  PC TOOLS DESKTOP

Das gleiche wie für den "Norton Desktop" gilt auch für "PC Tools Desktop 8". Mehr geht nicht unter DOS, aber für reines Dateimanagement ebenfalls zu überfrachtet, fast schon ein "Windows 3.x" Ersatz.

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DOS Desktops
Grafik

   
  GEM

GEM ("Graphical Environment Manager") ist eine grafische Benutzeroberfläche, die 1985 noch vor Microsoft Windows auf den Markt kam. Digital Research - der Hersteller von CP/M - entwickelte diese GUI vor allem für den 'Atari ST', aber eben auch für den IBM PC. Einige angepasste Anwendungen wurden im Paket bereits mit ausgeliefert ('GEM Write', 'GEM Draw', 'GEM Paint'), andere von Drittherstellern hergestellt ('Ventura Publisher', 'Artworks'). Zu seiner Zeit machte GEM im Vergleich zu den ersten Windows-Version den filigraneren Eindruck. Windows hätte in GEM einen wesentlich härteren Konkurrenten gehabt, wäre da nicht der verlorene Copyright-Prozess gegen Apple sowie die schwache Vermarktung durch DR gewesen.

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  NEW DEAL OFFICE

"New Deal Office 3.2" ist der Nachfolger von "Geoworks" und "Breadbox Ensemble". Das ist m.E. der ausgefeilteste GUI-Desktop für DOS. Viele Applikationen werden mitgeliefert. Hier bleiben (fast) keine Wünsche offen. Es ist wirklich alles da: Systemeinstellungen ähnlich Windows 95, Textverabeitung, Tabellenkalkulation, Dateimanager, Internet Browser und Mail Programm, File Viewer u.s.w. Um zwischen externen Programmen umzuschalten nutzt das Programm wahlweise die Task-Switcher von "DR-DOS“ 6 oder 7 oder von "Novell Dos 7". Das alles verpackt in eine durchaus ansprechendes GUI, die der Optik von "Windows 3.x" überlegen ist. Aber das ist Geschmackssache.
Wie die Netzwerkeinrichtung in Bezug auf Hardware geht, habe ich bisher nicht ausprobiert. Es gibt zwar Netzwerkeinstellungen in "New Deal", aber nicht für Hardware.
Ich wollte diesen Text eigentlich mit der Textverarbeitung von "New Deal Office" schreiben, bis ich gemerkt habe, das das Programm zwar vieles importiert, aber nur sein eigenes Format schreiben kann. Also bin ich bei "Microsoft Word 5.5" geblieben (s.u. „Warum habe ich Windows 3.x installiert?“).
Was ich mir zudem von "New Deal Office" erhofft habe, ist ein PDF-Viewer, aber den gibt es leider auch hier nicht.

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  DESKTOP

Desktop V2.62 von Felix Ritter ist ein grafischer Dateimanager und Programmstarter. Das ganze Programm ist ausgesprochen liebevoll und aufwendig entwickelt. Stellenweise wirkt es aber doch ein bisschen "grafisch überladen". Es läuft durchaus schnell und stabil und läßt bei der Konfiguration seines Programmstarters keine Wünsche offen. Deshalb habe ich dieses Programm auch nicht bei den reinen File-Managern eingeordnet, sondern hier bei Desktops.

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  ERGO

Ergo-Desktop 4.0 vom DMV Verlag ist grafisch ebenfalls aufwändig gestaltet. Der Ergo-Desktop enthält zusätzlich zu den Dateifunktionen lediglich einen ASCII-Editor und ein Programm zum Bearbeiten von Icons. Allerdings kann der Ergo-Desktop um Office-Funktionen mit Textverabeitung (Ergo-Text), Tabellenkalkulation (Ergo-Calc) und zur Datenverwaltung (Ergo-Base) zum Office-Paket 'Ergo-Works 4.0' erweitert werden. Als Startzenzentrale für vorgenannte Programme zu dienen scheint auch der Hauptzweck von Ergo-Desktop zu sein.

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  SEAL

Seal 2 ist nicht als fertiger Desktop gedacht, eher die Demonstration einer grafischen Bibliothek für Software-Entwickler. Man kann mit dieser "Demo" also nicht allzuviel anfangen. Sie soll die Möglichkeiten der Seal-Bibliothek verdeutlichen.

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Eine GUI, die in diese Reihe passen würde, wäre natürlich auch Microsoft Windows 1.x bis 3.x. Die Vorstellung spare ich mir an dieser Stelle, da komme ich am Ende dieser Artikels noch darauf.

Prinzipiell haben GUI's schon ihren Zweck unter DOS, durch sie gehen ein paar Sachen mehr, da sie bereits eine grafische Bildschirmdarstellung besitzen (Internet, Grafiken, PDF). Aber mir können GUI's bei meiner Aufgabe, Images meiner Disketten zu ziehen, eigentlich nicht helfen. Im Gegenteil, sie bremsen mich eher aus. Ich habe sie nur installiert, um einen Eindruck zu vermitteln.

 

Office Programme   Die meisten der nachfolgend beschriebenen Programme sind für den Kernzweck - das Archivieren meiner Disketten - natürlich nicht notwendig. Ich habe sie aus Neugier installiert, um zu sehen, was diese Programme geleistet haben, ob man damit auch heute noch arbeiten könnte.
  MS WORD 5.5

Die letzte offizielle Version von Microsoft Word für DOS aus dem Jahr 1990. Word kam bereits 1983 auf den Markt, ein paar Jahre später hatte es seine Konkurrenten (WordPerfect, Wordstar) verdrängt und wurde zum Textverarbeitungs-Standard. Eine Textverarbeitung brauche auf diesem Rechner nicht dringend. Die Texte, die ich schreiben muss, beschränken sich auf das ASCII-Format, und das kann jeder einfache Editor genauso komfortabel. Eine Funktion von Word kann ich schon gebrauchen: es kann tolle Linien zeichnen, damit lassen sich Batch-Dateien erheblich verschönern. Aber letztlich habe ich es installiert weil ich Word zum Schreiben von Handbüchern bereits seit der Version 2.0 verwendet habe und ich sehen wollte, wie Word mit Pull-Down Menüs aussieht.

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  MS WORKS 3.0

Auch Microsoft Works 3.0, ebenfalls die letzte Version für DOS, will ich nur mal ausprobieren. Works ist eine sogenannte 'Integrierte Software' (vergleichbar mit Lotus 'Symphony' oder Ashton Tate's ' Framework') und hat eine ausgefeilte SAA-Oberfläche. Dieses Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Datenbank war für den Heimanwender gedacht, der diese Programme nur gelegentlich benutzte und keine großen Ansprüche hatte. Die zugehörige SAA-Bibliothek hat Microsoft - zu meinem Ärger - übrigens nie veröffentlicht.

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  STAR OFFICE 1.0

Ein interessantes Produkt im Office Bereich ist Star Office 1.0, das 1992 von der Firma Star Division aus Hamburg entwickelt wurde. Viele wissen gar nicht, das es von diesem bekannten Office-Paket für Windows auch eine DOS-Version gegeben hat. Mit dem Star Writer hatte die Star Division seit 1985 eine Textverarbeitung im Angebot, die in der Version 6.0 (1991) für ein DOS-Programm bereits ziemlich viel 'WYSIWYG' bot. Diese ist ebenfalls in Star Office enthalten. Zusatzlich gibt es noch die Programme Star Base sowie Star Draw. Star Office lebt heute immer noch: im Jahr 2000 wurde es 'Open Source', dann lange Zeit von 'Sun' als 'Open Office' weiterentwickelt, später von 'Oracle' und aktuell von der 'Apache Software Foundation'.

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  Lotus 1-2-3 3.0

Die wichtigste Tabellenkalkulation unter DOS vor dem Erscheinen von Excel für Windows im Jahr 1987 war Lotus 1-2-3. Es gibt für jedes Betriebssystem sogenannte 'Killer-Apps', das sind leistungsfähige Programme, die - wie im Fall von Lotus 1-2-3 - für den IBM PC und DOS einen entscheidendes Verkaufsargument war. Für den Apple II war das 'VisiCalc', für das Betriebssystem CP/M vielleicht 'Wordstar'. Lotus 1-2-3 erblickte 1984 das Licht der Welt und war sofort die leistungsfähigste und schnellste Tabellenkalkulation nicht nur für den IBM PC, sondern generell. In den Screenshots sehen Sie die Version 3.0, die 1987 für DOS auf den Markt kam.

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Internet    
  DILLO

"Dillo 3.0.2" ist der kompakteste Web-Browser für DOS. Ich brauche nur einen, daher installiere ich "Arachne" erst gar nicht. "Dillo" startet schneller als "Arachne" und kann daher auf dem Rechner gespeicherte Offline-HTML-Seiten auch schneller anzeigen.

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Multimedia    
  MPXPLAY

Der MP3 Player MPXPlay wurde im Zuge der MS-DOS 7.1 Installation bereits auf den Rechner kopiert. Er kommt auf Anhieb mit der installierten Soundkarte zurecht und kann alles, was ich brauche. Er spielt übrigens auch so ziemlich alle anderen Musikformate, nicht nur nur MP3's. Meine Musik ist in chronologischen Verzeichnissen organisiert. Diese Ordnung wird beibehalten, das ist mir wichtig. Die Benutzeroberfläche ist nicht grafisch, aber übersichtlich, flexibel und mausbedienbar, ein bisschen wie "WinAmp". Ich habe die Anzeige auf 50 Zeilen umgestellt, das geht auf Tastendruck. Die Spielfolge kann leicht festgelegt, die MP3-Tags können bearbeitet werden. Playlist's sind kein Problem, Lautstärke natürlich auch nicht und sogar ein einstellbarer "Fader" ist vorhanden. Aber gerade beim Fading kann man feststellen, das hier ein OS mit Multitasking bzw. Multithreading wirklich ein Vorteil wäre. MPXPlay kriegt das so grade hin, aber weniger CPU-Leistung sollte der Rechner wirklich nicht haben. Dieser Player ist m.E. das Beste, was man unter DOS kriegen kann.

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  VP386 Ein recht gutes, bitmap-orientiertes Mal- und Zeichenprogramm
Utilities    
  Back&Forth

Back&Forth ist ein Task-Switcher, der es erlaubt, mehrere Programme gleichzeitig zu starten und zwischen ihnen mit CTRL-∧ und CTRL-∨ hin- und her zu schalten. Natürlich werden nicht aktive Task's angehalten, das Programm ermöglicht kein Multitasking. Aber es ist schon manchmal hilfreich, mehrere Programme gleichzeitig am Laufen zu haben. Mit genügend RAM (egal ob EMS oder XMS) funktioniert das recht gut. Auch die Konfiguration ist einfach. Leider habe ich keine Vollversion, sonst würde ich das Programm öfter benutzen.

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Ein weiteres Programm in dieser Richtung ist "Software Carousel". Ich habe kein Original davon, nicht mal eine "Sicherheitskopie". Man findet lediglich Hinweise auf die Existenz dieses Programms im Netz, aber keinen Download.

  DISKDUPE "DiskDupe Pro 3" ist ein Disketten-Kopierprogramm. Der Vorteil dieses Programms ist, das Quell- und Zielformate nicht übereinstimmen müssen. Mehrere Kopien von einer Diskette zu ziehen ist allerdings kein großer Vorteil, das kann DOS seit der Version 6 auch. Ein ähnliches Programm, das ich auch auf der Platte habe, ist "CopyQM 3.14".
  PACKER Ich habe mir ein Verzeichnis "Packer" eingerichtet und alle DOS Packer, deren ich habhaft werden konnte, hineinkopiert. Am wichtigsten sind natürlich ZIP, LHA, ARC, ARJ, ZOO, TAR, RAR und ACE. Eine funktionierende 16-Bit DOS-Lösung für 7ZIP habe ich bis jetzt nicht gefunden. Die meisten guten File-Manager bringen zwar keine Packprogramme mit, können diese aber einrichten und benutzen, so auch der "DOS Navigator".
  SCREENTHIEF "Screen Thief" ist ein kleines TSR-Programm, das Screenshot's von allem aufnimmt, was auf dem Bildschirm gerade zu sehen ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich um Mono, CGA, EGA, VGA oder SVGA, Grafik oder die unterschiedlichsten Textmodi handelt. Der Screenshot kann u.a. als Text oder in verschiedenen Grafikformaten abgespeichert werden. Leider konnte ich von einigen Programmen unter DOS kein Bildschirmfotos erzeugen, der "Hotkey" funktionierte nicht. Das Problem trat immer mit DPMI-Programmen auf, da gibt es offensichtlich ein Problem.
  F-PROT

"F-Prot 3.16f" wird zusätzlich zu "McAfee" installiert. Die letzte Version dieses Virenscanner's für DOS bringt Virendefinition vom Juni 2006 mit, für einen reinen DOS-Rechner allemal neu genug.

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  DOSZIP "DOSZip" ist ein einfacher File-Manager, der sich auf das Packen und Entpacken von ZIP-Archiven spezialisiert hat. Das geht aber auch - nicht ganz so elegant - mit dem "DOS Navigator" (siehe Punkt "Einrichtung der Programme".
  QVIEW Zum Darstellen von Grafiken verwende ich "QuickView Pro 2.46". Es kann Grafiken bis zu einer Auflösung von 1280x1024 (das schafft mein 17" Monitor) darstellen. Formate wie BMP, PCX, JPG, GIF u.v.m. werden angezeigt.
  NSSI Das Programm NSSI gibt einen guten Überblick über die Hardware des Systems. Viel kompakter und auch sehr gut ist der russische "Informer".
  STAR COMMANDER und VICE Ich sichere meine C64/C128 Disketten mit "Star Commander 082". Um die D64-Images zu testen benutze ich den Emulator "Vice 2.2". Am Rechner ist am parallelen Port immer eine "1541 II" angeschlossen, um C64-Disketten verarbeiten zu können.
Tipp: neuere Versionen von "Vice" machen bei mir Probleme.
  MUPDF Ein plattformübergreifender PDF-Viewer, dessen Quellcode verfügbar ist. Für die schlechten Voraussetzungen, die unter DOS für so ein Programm gegeben sind, ist die aktuelle Version 1.7 ein Meisterwerk. MUPDF unterstützt Transparenz, Verschlüsselung und Hyperlinks. Auch XPS und OpenXPS Dokumente können angezeigt werden. Suche im Dokument ist möglich.

 

Top Einrichtung der Programme

DOS NAVIGATOR Der "DOS Navigator" ist meine Schaltzentrale. Daher richte ich ein "User Menü" für meine wichtigsten Programme, die Verarbeitung von Archiven (siehe 1a) und von Dateierweiterungen ein (siehe 2c.).
  Options->Archive
Dazu muss die Datei "archiv.ini" bearbeitet werden. Das geht über den Editor oder aus dem Programm heraus (Menü „Optionen“). Die meisten Parameter der verschieden Packer sind bereits vorgegeben und funktionieren auch. Man muss nur noch die Pfade einstellen, wo das jeweilige Pack-Programm zu finden ist. In meinem Fall ganz einfach: das Verzeichnis "Packer", da sind alle drin (s.a. weiter unten 'PACKER').
  Options->Extension File Edit
Um ein bisschen Windows-Feeling aufkommen zu lassen, muss diese Konfigurationsdatei bearbeitet werden. Bei den Extensions ".pcx, .bmp, .tif, .jpg, .gif" wird "QuickView Pro" gestartet, bei '.doc' "Microsoft Word". Bei ".htm, .html" wird für die Darstellung der Webbrowser "Dillo" aufgerufen. So könnte man natürlich weitermachen, z.B. für ".c" oder ". h" den "Microsoft Quick C Compiler" starten, bei ".bas" "Borland Turbo Basic" oder "Microsoft Quick Basic".
DILLO Nur um "Dillo" ins Internet zu bringen, brauchen Sie nicht ein ganzes Microsoft TCP/IP Netzwerk einzurichten. Da "Dillo" einen eigenen TCP/IP Stack (WATTCP) mitbringt, benötigen aber einen Packet-Driver für die Netzwerkkarte (s.u. Tipp). Googeln Sie "Packet Driver for DOS" und laden Sie sich den Treiber für Ihre Karte herunter. Dieser muss vor dem Aufruf von "Dillo" geladen sein. Die meisten Packet-Driver lassen sich nach Gebrauch auch wieder aus dem Speicher entladen. Die Einstellungen der TCP/IP-Konfigurationsdatei "wattcp.cfg" zu erklären, würde jetzt zu weit führen. Am einfachsten ist es, wenn Sie ein DHCP-Netzwerk haben. Suchen Sie in "wattcp.cfg" den Eintrag "my_ip = dhcp". Dieser ist nur auskommentiert. Damit könnte es schon funktionieren. Beachten Sie zur Fehlersuche die Ausgaben in der Datei "Dillo.log". Natürlich können Sie nicht alle Webseiten öffnen, Java und Splash funktionieren in "Dillo" (noch) nicht. Die Seiten, die sich mit historischer Software beschäftigen, sind in der Regel nicht besonders anspruchsvoll und können korrekt angezeigt werden.
  Tipp: Wenn vor dem Starten von "Dillo" andere Programme mit einem DOS Extender aufgerufen werden, kann es Probleme mit "Dillo" geben.
  Tipp: Packet DOS Treiber für Netzwerkkarten finden Sie oft auch auf der entsprechenden Treiberdiskette. Packet Treiber sind normalerweise ausführbare Programme, keine üblichen Treiber mit der Endung "*.dos" oder "*.sys". Eine gute Adresse ist auch die Seite von Georg Potthast: http://www.georgpotthast.de/sioux/packet.htm. Packet Driver können durch erneuten Aufruf mit einem Parameter meistens auch wieder aus dem Speicher entfernt werden, ohne Neustart des Rechners.
PACKER Alle Packer-Programme für DOS, deren ich habhaft werden konnte, habe ich zusammen in ein eigenes Verzeichnis kopiert und einen Pfad darauf gelegt. Es ist so auch einfacher, den Programmen, die mit externen Packer-Programmen umgehen können zu definieren, wo sich diese befinden. Das Systemhaus Brandenburg bietet eine große Auswahl an Packern für DOS.

Top Netzwerk unter DOS

Den "Microsoft Network Client 3.0" war dafür vorgesehen, um zu meinen Windows-Rechnern und meiner NAS Festplatte eine Netzwerkverbindung mit TCP/IP als Protokoll herzustellen. Problematisch ist, das trotz vieler Umkonfigurationen nur knapp 540KiB konventioneller Speicher nach dem Laden des Netzwerks übrigbleiben. Ich müsste beim Booten eine Auswahl treffen, bestimmte Treiber/TSR's nicht zu laden (z.B. USB, Virus-Scanner), um soviel freien Platz im UMA zu schaffen, damit die Netzwerk-Programme hochgeladen werden können. Alles zusammen jedenfalls führt zu den genannten 540KiB. Zum Kopieren von Dateien auf der Kommandozeile oder mit wenig speicherfressenden FileManagern würde es reichen. Trotzdem bin ich wegen des eingeschränkten konventionellen Speichers nicht zufrieden mit dem Netzwerkbetrieb unter DOS.

Eine sehr gute Anleitung zur Einrichtung des 'DOS Client 3.0' hat Gerd Röthig verfasst.

Ich jedenfalls habe mich für eine andere Lösung entschieden, was den Netzwerkbetrieb unter DOS betrifft. Siehe dazu nachfolgend den Absatz zu Warum habe ich zusätzlich zu DOS Windows 3.11 installiert.

 

Ein Wort zu Desqview 2.8 von Quarterdeck

Wenn man DOS benutzen will und dabei großen Wert auf Multitasking legt, dann bleibt eigentlich nur nur die Installation von Quarterdeck's "Desqview 2.8". Ich habe mit diesem mächtigen Werkzeug viel rumprobiert und gemerkt, das man sich darauf vollkommen einlassen muss. Das heißt dann aber auch, möglichst bei DOS 6.2x bleiben, den Speichermanager "QEMM" verwenden und "Desqview" sinnvollerweise als Zentrale immer in Betrieb haben. Dafür muss man dann auf FAT32 und LFN verzichten. Meine Versuche, das Programm unter MS-DOS 7.1 in Verbindung mit QEMM 9.0 zum Laufen zu bringen musste ich beenden, die Probleme haben sich gehäuft. Der USB-Treiber ("di1000dd.sys") konnte FAT32-Laufwerke nicht mehr ansprechen, dann ging der Maustreiber ("CTMOUSE") nicht, auch "XMSDSK" musste ich wieder durch "RAMDRIVE" ersetzen. Geärgert hat mich das ständige RAM scannen und verifizieren von QEMM bei Booten des Rechners, im Testrechner waren 256 MB installiert, das hat sich jedesmal eine Minute gezogen. Abschalten kann man das offensichtlich nicht, zumindest konnte ich keinen Parameter dafür finden. Moderne DPMI-Programme ("MPXPLAY", "DILLO") funktionieren unter "Desqview" gar nicht oder nicht im Multitasking-Betrieb. Da passt was nicht zusammen, für eingefleischte Desqview-Freaks vielleicht alles lösbar. Manche funktionierenden Programme laufen auch erheblich langsamer, obwohl der Testrechner potente 700 MHz hat. "QEMM" ist in der Version 9 ein toller Speichermanager, keine Frage. In einer Standard-Konfiguration standen 634 KB konventionellen Speicher zur Verfügung, 6KB mehr als unter DOS 7.1 mit allen Tricks. Wahrscheinlich müsste man sich mehr mit Desqview und dieser Problematik beschäftigen. Leider sind die Informationen dazu im Netz mittlerweile eher spärlich. Einen zweiten Versuch mit "Desqview" habe ich in Kombination mit "FreeDOS 1.1" gestartet, diesmal ohne QEMM, aber mit ähnlichem Ergebnis. Ein Multitasking-Manager, der einem zu startenden Programmen grade mal 450 KB konventionellen DOS Speicher zur Verfügung stellen kann, mag 1990 ein Renner gewesen sein, ist für einen heutigen DOS Rechner m.E. unbrauchbar.

Top Fazit: was geht heute noch mit einem DOS-basierten PC?

1. USB Hardware in Form von nicht zu großen externen Festplatten (max. 120 GB), Zip- und CDROM-Laufwerken sowie Speicherkarten kann benutzt werden.
2. Modernes Dateimanagement ist über "File Manager" wie z.B. "DOS Navigator" oder "PC-Tools Desktop" sehr gut machbar.
3. Musikhören geht mit Programmen wie "MPXPlay" sehr gut.
4. Textverarbeitung und Tabellenkalkulation sind gut möglich. Die Dateiformate können aber von aktuellen Programmen entweder gar nicht mehr oder nicht zufriedenstellend importiert werden. Um die Daten auf's Papier zu bringen, ist ein zeitgenössischer oder abwärts-kompatibler Drucker unumgänglich.
5. Brauchbare Zeichen- und Malprogramme sind verfügbar. Fotobearbeitung ist damit aber nur sehr eingeschränkt möglich.
6. Hochwertige Spiele gibt es viele, einige laufen nicht unter MS-DOS 7.1
7. Die Nutzung des Internets ist über "Dillo" mit starken Einschränkungen möglich. JavaScript's werden ignoriert. Trotzdem ist es ein kleines Programmier-Wunder, das es unter DOS überhaupt geht.
8. Die Entwicklung neuer Software ist begrenzt möglich, macht kommerziell aber natürlich keinen Sinn. Die Grenzen des unter DOS machbaren zeigen Programme wie z.B. der Internetbrowser "Dillo" auf. Bei dieser Software und vielen anderen leistungsfähigen DOS-Programmen wird durch Einsatz von 32Bit DOS-Extendern (DOS/4GW, Phar Lap, HX DOS...) die 640KB Grenze umgangen. GUI-Bibliotheken (z.B. "SWORD") ermöglichen auch dem DOS Programmierer die Erstellung ansprechender grafischer Benutzeroberflächen. Aber am Ende der Verbesserungsbemühungen wird ein Aufsatz wie "Windows 3.x", "GEM", "SEAL2" oder "New Deal" herauskommen.
9. Netzwerkanbindung an moderne Rechner ist prinzipiell möglich. Für eine wesentliche Verbesserung bei reinen DOS-Netzwerken könnte man auch noch zu Netzwerklösungen wie "Novell Netware" oder "LANtastic" greifen. Aber egal was man tut: irgendwann werden z.B. große Festplatten, deren Dateisysteme oder nicht mehr kompatible Rechteverwaltungen Einschränkungen verursachen. Am Besten funktioniert es, wenn die alten Rechner bzw. die OS's nur untereinander vernetzt werden.
10. PDF anzeigen ist möglich. Die letzte Version des "Acrobat Reader", die unter DOS läuft, kann aber aktuelle Dokumente nicht mehr anzeigen und hat auch Probleme mit großen Dokumenten. „MUPDF 1.7“ kann große Dokumente verarbeiten und zeigt auch neuere Formate an. Allerdings braucht das auf einem 16Bit System alles seine Zeit...

Noch eine Bemerkung zu langen Dateinamen (DOSLFN) unter DOS. Native DOS-Programme unterstützen lange Dateinamen gar nicht oder nur rudimentär. Man kann längere Namen für Verzeichnisse und Dateien vergeben und mit den entsprechend angepassten Kommadozeilenbefehlen der LFNTools (LDIR, LREN ...) auch anzeigen. Aber das war's dann auch. So wie unter den modernen Windows-Versionen geht es dann doch nicht. Ausserdem gibt es Probleme des DOSLFN-Treibers mit Wechsellaufwerken (Zip, MO), wenn in einem Laufwerk kein Medium eingelegt ist. Man sollte dieses Feature also nicht überbewerten, es bleibt am Ende doch DOS mit der Limitierung auf 8.3.

was gar nicht geht...

1. Echtes Multitasking. MP3's abspielen und gleichzeitig mit einem anderen Programm arbeiten geht nicht. "Task Switcher" lösen dieses Problem nicht und sind meiner Erfahrung sogar unbenutzbar, wenn moderne DPMI-Programmen mit verschiedenen Extendern "ge-switcht" werden sollen.
2. Moderne Geräte wie Kamera's oder MP3-Player können nicht angeschlossen werden.
3. Moderne Drucker können nicht am USB-Port betrieben werden. Und wenn es gehen würde, dann scheitert es daran, das es für die Office Programme aus dieser Zeit keine spezifischen Treiber mehr gibt. Man ist also auf Drucker aus dieser Zeit oder zumindest auf welche mit parallelem Anschluß angewiesen
4. Der Umgang mit dem Internet ist stark beschränkt, nur wenige Seiten werden korrekt dargestellt. Aktuelles Java, CSS und Flash machen den unter DOS verfügbaren Browsern den Garaus. Das gilt auch für die nachfolgende Beschreibung von Windows für Workgroups 3.11.

Ein DOS Rechner kann moderne Hardware mit einem modernen grafischen Betriebssystem im normalen Alltag keinesfalls ersetzen!

Die Einrichtung eines leistungsfähigen DOS Rechner's unter Ausschöpfung aller Resourcen ist für Laien "aus dem Stand" nicht machbar. Die Notwendigkeit der kryptischen Bedienung über die Kommandozeile kann nicht umgangen werden. Eine Bearbeitung der Konfigurationsdateien und damit verbundenes Wissen über das Speichermanagement von DOS ist für ein optimales System unausweichlich. Der Lernaufwand dafür ist insgesamt recht hoch. Für wirklich interessierte Einsteiger sollte das alles aber kein Problem darstellen, denn man kann sich noch immer viele Informationen über DOS aus dem Internet holen oder alte Bücher besorgen. Macht man sich diese Mühe, dann bekommt mit billiger Hardware ein extrem schnelles System, das schon Spass machen kann.
Die Beschaffung der Software ist praktisch nur noch über das Internet möglich. Viele Programme werden nicht mehr gepflegt, auch Fehler somit nicht mehr korrigiert. Moderne Software für DOS wird nur noch vereinzelt entwickelt, man muss mit dem leben, was da ist.
Die DOS-kompatible Hardware ist fast so alt wie DOS selbst. Mit Ausfällen muss gerechnet werden. Man sollte sich daher ein paar passende Ersatzteile (Mainboard, RAM, Netzteil, Festplatte, Diskettenlaufwerk, Grafikkarte, Kabel...) besorgen. Die findet man für kleines Geld und mit ein bisschen Geduld irgendwann in dem uns allen bekannten Internet-Auktionshaus.

Ein Homecomputer mit MS/PC-DOS oder einem seiner Abkömmlinge ist nach heutigen Massstäben eher ein nettes Spielzeug zum Experimentieren für alte und junge Computerfreaks, mit dem gleichen Nutzen wie der am Anfang beschriebene Oldtimer "VW Käfer". Und wie der "Käfer" erfreut sich auch das alte DOS doch tatsächlich zunehmender Beliebheit, wie man in einigen Internet-Foren feststellen kann: "DOS ain't dead!"

Top Warum habe ich zusätzlich zu DOS Windows 3.11 installiert ?

Vorab: meine Definition der 16-Bit Versionen von Windows - also die Versionen 1.x bis 3.x - ist die eines GUI's für DOS. Man benutzt also weiterhin DOS, bei Bedarf mit einer grafischen Benutzeroberfläche.

Allen Warnungen vor der Kombination DOS 7.1 / WfW 3.11 zum Trotz: es gab keinerlei Probleme, WfW 3.11 unter MS-DOS 7.1 zum Laufen zu bringen. Ich habe keinerlei Patches installiert, WfW 3.11 läuft ohne Mucken. Allerdings habe ich die Installation von einer "Windows NT 3.51 Server" CD durchgeführt, da die darauf enthaltene Version von WfW 3.11 den letzten Stand des Microsoft TCP/IP Stack's und einige Patches bereits beinhaltet. Diese Version von WfW 3.11 kam m.E. nie in den Handel. Die Installation von Win32s wird von einigen Programme (z.B. Internet Explorer 5.x) benötigt und ist unbedingt zu empfehlen.

1. Die Netzwerkanbindung über TCP/IP funktioniert einfacher und besser. Der WfW.3.11 Rechner hat sich bei mir problemlos mittels TCP/IP in das bestehende LAN einbauen lassen. Alle Freigaben können benutzt werden, zumindest bis 'Windows XP'. Ab 'Vista' hakt es, aber es geht in jedem Fall in eine Richtung mit WfW 3.11 als Server. Auch das Problem mit mangelndem Hauptspeicher wie unter DOS mit dem "MS-DOS Client 3.0" ist hier nicht spürbar. Nach dem Beenden von WfW 3.11 steht wieder der volle Speicher für DOS Programme zur Verfügung. Für mich ist somit das DOS-Netzwerkproblem gelöst: wenn ich eine LAN-Netzwerkverbindung z.B. zu meiner NAS-Station brauche, wird WfW gestartet und danach wieder beendet. Das ist auch der Grund, warum IFSHLP.SYS in der 'config.sys' und NET START in der 'autoexec.bat' eingebunden ist. Ergänzung vom 8.1.2016: Ich habe einen meiner Rechner von XP auf Windows 7 umgestellt. Leider funktioniert seitdem der Netzwerkbetrieb mit diesem Rechner unter WfW 3.11 in beiden Richtungen nicht mehr! Vermutlich gibt es Probleme mit der Authentifizierung (Update). Auf meine NAS - die unter einem Linux-Derivat läuft - klappt der Zugriff aber weiterhin.

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2. Da ich gerne mal Programme für DOS/DOS32 schreibe, brauche ich einen passenden Compiler. Ich programmiere vorzugsweise in C/C++. Nach vielen, vielen Test’s hat sich der Borland C/C++ Compiler 4.5 für meinen Bedarf als die optimalste Lösung herausgestellt. Er kann Code für 16Bit und 32Bit DPMI DOS-Programme erzeugen und bringt die DOS-Bibliothek „Turbo Vision“ in der Version 2.0 bereits mit. Mit dieser Bibliothek - die im Quellcode vorliegt und auch für 32Bit compilierbar ist - lassen sich ansprechende textbasierte Benutzeroberflächen generieren, die auch mit der Maus bedient werden können. Leider läuft die Installation und auch die IDE selbst nicht unter DOS, sondern nur unter Windows 3.1x. Auf das einfach zu bedienende Borland IDE möchte ich jedoch nicht verzichten. Ich bin kein Kommandozeilen-Freak, der sich die „make“-Dateien u.s.w. selbst zusammenhacken will.

Wenn man zum Programmieren bei reinem DOS (und C/C++) bleiben will:

- Man kann sich auch mit der reinen DOS-Lösung „DJGPP 2.0x“ herumplagen, die aber bereits mit der Übersetzung des Quellcodes von „Turbo Vision 2.0“ so ihre Probleme hat. Offensichtlich passen der dem Paket zugrundeliegende GCC-Compiler und der „Turbo Vision 2.0“-Quellcode nicht mehr zusammen.
- Borland C++ 3.1 installieren, das ist eine reine DOS Lösung, ebenfalls mit der Borland IDE. Man muss sich dann aber mit 16Bit und „Turbo Vision 1.0“ zufrieden geben.
- Auf „Turbo Vision“ verzichten. Dann funktioniert auch „DJGPP“ recht gut (für 32Bit Programme). Es gibt zudem viele weitere kostenlose 16Bit C-Compiler wie „Pacific C“, „Watcom C++“, „Borland Turbo C“ oder mit Lizenz die verschiedenen „Microsoft C Compiler“, nur um ein paar Vorschläge zu machen.

Wer eine andere Sprache bevorzugt, findet auch dafür kostenlose Programmiertools auf DOS Basis, z.B. die „Turbo“-Produkte von Borland für Basic oder Pascal.

3. Ich habe diesen Text anfangs mit Word 5.5. für DOS geschrieben. Als ich den Text in mein Internet-Werkzeug übernehmen wollte merkte ich, daß das alte DOS-Word Format auf meinem iMac niemand mehr importieren konnte. Ich hätte auf ASCII ausweichen müssen und dann noch das Konvertierungsproblem DOS OEM zu Windows ANSI gehabt. Daher habe ich unter WfW 3.11 Microsoft Office 4.3 installiert und dann mit Winword weitergearbeitet. Mit diesem Format ging der Import schon leichter.

Bringt Windows 3.x sonst noch Vorteile ?

Windows 3.1/Windows für Workgroups 3.11 bringt für meinen Kernbedarf - das ziehen von Diskettenimages - keinen echten Mehrwert. Der Vorteil, mehrere Programme gleichzeitig am Laufen zu haben und zwischen ihnen umzuschalten, wirkt sich hier nur minimal aus. Durch die Möglichkeit, auch unter Windows 3.1x mit Disk-Image Programmen ungeniert auf die Hardware zugreifen zu können (in diesem Fall auf den Floppy-Controller), ergeben sich zumindest keine Einschränkungen gegenüber DOS.
Das primitive Multitasking von Windows 3.1x, das nicht von Windows selbst kontrolliert wird, sondern bei dem die Programme sich die Prozessorleistung selbst zuteilen können, ist manchmal eher ein Schaden als eine Hilfe. Trotzdem ist die Möglichkeit zum Task-Switching im Vergleich zu DOS und zumindest mit diesbezüglich sauber programmierten Programmen ein klarer Vorteil.
Natürlich vereinfacht sich sich auch das Speichermanagement: Windows for Workgroups 3.11 kann angeblich bis zu 512 MB adressieren.
Der letzte für 16Bit-Windows erhältliche Browser Internet Explorer 5.x kann auch nicht mehr Webseiten korrekt darstellen als Dillo unter DOS. Kein Vorteil für Windows diesbezüglich. Ähnliches gilt für den Acrobat Reader 3.0x gegenüber MUPDF bei pdf-Dateien.
Im Druckerbereich sind etwas neuere Treiber verfügbar als unter DOS.
Die Programme für Windows sind leistungsfähiger und einheitlicher zu bedienen, viel „WYSIWYG“ gibts auch.
Die DOS Spiele laufen hier genauso.

Dafür nimmt man ein System in Kauf, das nach einer Treiber- oder Programminstallation schnell mal nicht mehr startet.

Ergänzung zu Windows 3.x

Um die Verwaltung von Laufwerken und Programmen zu vereinfachen (und aus Neugier), habe ich den Norton Desktop für Windows 3.0 installiert. Gefühlt läuft WifW 3.11 sogar ein bisschen stabiler. Der NDW bringt viele Zusatzprogramme aus den 'Norton Utilities' mit, zudem ist eine recht praktische Unterstützung der rechten Maustaste verfügbar. Ausserdem habe ich Opera 3.62 und StarOffice 3.1 aufgespielt. Letzteres finde ich sehr gelungen und dürfte zu dieser Zeit durchaus ein Konkurrent zu MS-Office gewesen sein. Zwischen den letzten 16-Bit Browserversionen IE 5.01 und Opera 3.62 sind keine großen Unterschiede bzgl. der darstellbaren Internetseiten festzustellen. Beide tun sich mit modernen HTML bzw. JavaScript/CSS gleich schwer bzw. können es gar nicht und steigen daher oft aus. Man muss sich auf einfache Seiten bzw. absichtlich kompatibel gehaltene Seiten beschränken. Im letzten Screenshot sieht man die Netzwerkeinbindung eines "Windows 7" Rechners. Das verbundene Laufwerk wird über ein Symbol auf dem Desktop angezeigt (siehe Pfeil).

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Fazit über Windows for Workgroups 3.11

Das ganze System ist - um es wohlwollend auszudrücken - "filigran". Multitasking - also der Betrieb mehrerer Programme gleichzeitig - funktioniert prinzipiell. Man sollte aber während einer Sitzung vorsichtig sein und z.B. Texte während einer längeren Sitzung mit der Textverarbeitung öfters mal zwischenspeichern, damit es keine bösen Überraschungen gibt. Bereits beim Nachfolger Windows 95 kann man erhebliche Verbesserungen bei der Stabilität des Gesamtsystems feststellen. Netzwerkverbindugen von WfW 3.11 zu aktuellen NAS oder zu Betriebssystem, die neuer als Windows XP sind, sind ohne Tricksereien nicht mehr machbar, da sich die Sicherheitskonzepte stark verändert haben. Aus heutiger Sicht würde ich Windows for Workgroups 3.11 als nicht mehr ernsthaft einsetzbar einstufen, 1993 war es zweifelsohne 'State of the Art'.

Top Das optische Endergebnis: der DOS-PC

Ich habe die Seitendeckel nicht für das Foto abgenommen, denn ohne lebt die Kiste thermisch gesünder und ich kann ihn noch als Ablage benutzen.

DOSPC-1 DOSPC-2 DOSPC-3
Vorderansicht: Gerätschaften von unten nach oben:
Externe USB-Festplatte
PAR Umschalter
Floppy 1541
CD-ROM
Fujitsu MO-Laufwerk
FDD 5,25"
FDD 3,5"
Ganz unten mit den roten DIP-Schaltern: der Adaptec 1542C, darüber die Soundkarte, die Netzwerk- und die Grafikkarte.

Links der 17" TFT, rechts daneben ein Netzwerk-Link und ein Monitor-Umschalter

 

Einige hilfreiche Links:

Foren Sprache Erklärung
www.vogons.org E Es geht u.a. um die DOSBox und wie man Spiele unter DOS ans Laufen kriegt
www.dosforum.de D Hier geht es ganz speziell um alle Fragen rund um DOS und 16-Bit Windows
Webseiten    
www.win31.de D Hier finden Sie viele hilfreiche Utilities für Windows 3.1x
www.pc-tools.net E DOS Utilities für viele Zwecke
www.opus.co.tt/dave/ E Utilities und Programme für DOS nach Kategorien
www.uwe-sieber.de D Viele DOS Programme und Treiber
www.mdgx.com E Viele Tipps und Programme für DOS und Windows

 

Auf Links auf die Seiten 'Vetusware' und 'WinWorldPC' verzichte ich hier, weil mir die rechtliche Situation bei der Benutzung von 'Abandonware' zu widersprüchlich ist.


 

Copyright @ 2004-2015 Wolfgang Kainz-Huber

Der Autor hat zwar im Rahmen seiner Möglichkeiten sorgfältig recherchiert, kann aber keine Verantwortung
für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Für alle konstruktiven Hinweise ist der Autor dankbar.