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Letzte Aktualisierung:
13-Jul-2015
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... mein DOS-Archivierungs-PC


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Die Extraction von MS-DOS 7.1 aus Windows 95

Der Vorgang ist kein Hexenwerk, daher hier daher eine kleine Anleitung, mal auf Deutsch:

Ich weise nachfolgend nur darauf hin, welche Dateien "von wo nach da" kopiert werden müssen. Wie Sie das anstellen, bleibt Ihnen überlassen. Grundlegende Kenntnisse im Umgang mit DOS muß ich hier voraus setzen. Das alles geht für DOS-Laien natürlich viel leichter und fehlerfreier, wenn man nach der Installation von "Windows 95" einen kleinen Zwischenschritt einlegt und einen Datei-Manager wie z.B. die Freeware "Volkov Commander" (ein einfach gehaltener „Norton Commander“- Clone) auf die Festplatte kopiert oder von Diskette startet. Der Support für VC ist zwar mittlerweile eingestellt, sie finden das Tool aber weiterhin vielerorts im Netz, u.a. auf der Seite der PCWelt. Damit jetzt niemand Minderwertigskeitskomplexe bekommt, weil er das nicht wie die Freaks mit der Kommandozeile hinbekommt: ich benutze in so einem Fall auch VC. Mit der Kommandozeilen-Tipperei wachsen bei mir die Fingernägel so schnell! Übrigens, die nachfolgende Anleitung funktioniert buchstabengetreu so nur mit "Windows 95". Bei "Windows 98" und "Windows 98 SE" ("Zweite Ausgabe") unterscheidet sich die Prozedur schon in dem einen oder anderen Punkt. Das liegt im Wesentlichen daran, das MS mit jeder neueren Windows-Version versucht hat, das darunterliegende DOS ein bißchen "unzugänglicher" zu machen. Aber im Prinzip geht es bei "Windows 98" genauso. Übrigens brauchen Sie mit "OSR2" ein spezielles Release von "Windows 95". Wie erkennt man eine "OSR2"? In jedem Fall gibt's die nur als OEM-Version. Wenn Sie also eine Retail-Version besitzen (i.d.R. im Karton) dann ist das kein "OSR2". Bei OEM-Versionen (also Versionen, die einem neuen Computer beigelegt wurden) ist nicht viel auf der CD-ROM aufgedruckt. Auf der Seite über die Windows-History finden Sie eine "Windows 95" OEM-Version im Bild. Ein Erkennungsmerkmal wäre der Hinweis auf "USB". Das war neben vielen Fehlerkorrekturen und der FAT32-Unterstützung die wichtigste Neuerung in "OSR2". Ein zweiter Hinweis ist die Seriennummer: bei OEM-Versionen ist in einem Teil der Seriennummer der Text "OEM" enthalten. Weitere Informationen finden Sie bei Microsoft.
Hinweis: man erhält am Ende ein DOS in der Sprache, in der auch das Windows vorliegt.

Das Ergebnis der ganzen Aktion ist im Übrigen nicht ganz vergleichbar mit einer "sauberen" Installation von einer der im Internet kursierenden MS-DOS 7.1 CD's, schon deswegen weil die "Add-On's" alle fehlen, die auf der CD enthalten sind. Das ist aber kein Beinbruch, denn alle diese Zusatzprogramme gibt es im Netz und alle sind Freeware.

- Booten Sie Ihren zukünftigen MS-DOS 7.1 Rechner mit einer DOS 6.x-Bootdiskette mit CD-ROM Unterstützung oder verwenden Sie die Bootdiskette, die "Windows 95" beiliegt.
- eine vollständige Neuinstallation von "Windows 95 OSR2" auf eine leere, aber bereits formatierte Festplatte ist durchzuführen.
- starten Sie Setup auf der "Windows 95"-CD-ROM. Es reicht, wenn Sie im Windows-Setup eine "minimale Installation" wählen.
- als Installationsverzeichnis am Besten weiterhin "WINDOWS" verwenden, wir ändern das später noch nach "DOS".
- nach der vollständigen Installation (ca. halbe Stunde) das laufende "Windows 95" in den "DOS-Modus" beenden
- mit cd \ wechseln auf das Rootverzeichnis von "C:".
- Die Datei "MSDOS.SYS" editierbar machen (attrib msdos.sys -h -r -s) und mit dem Editor öffnen (edit msdos.sys)
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da wir nicht mehr vorhaben, in die Windows GUI zu booten, in der Gruppe [OPTIONS] folgende Einträge ändern bzw. neu erstellen:

MultiBoot=0
Logo=0
BootGUI=0
BootMenu=0
BootSafe=0
BootWarn=0
AutoScan=0
DoubleBuffer=0

- die Datei "MSDOS.SYS" speichern und den Editor verlassen.
- die Attribute der Datei "MSDOS.SYS" wieder in den originalen Zustand bringen (attrib msdos.sys +h +r +s)
- vergewissern Sie sich, das sich wieder im Rootverzeichnis "C:\" befinden. Geben Sie sicherheitshalber cd \ ein.
- erzeugen Sie ein neues Verzeichnis mit dem Namen "DOS" (md dos) und wechseln Sie in dieses Verzeichnis (cd dos)
- jetzt alle Dateien aus dem Verzeichnis "C:\WINDOWS\COMMAND" mit copy c:\windows\command\*.* in das Verzeichnis "C:\DOS" kopieren
- die restlichen DOS-Dateien aus dem Verzeichnis "C:\WINDOWS" nach "C:\DOS" kopieren: "EMM386.EXE", "SETVER.EXE", "SMARTDRV.EXE", "DBLBUF.SYS", "HIMEM.SYS", "ISFHLP.SYS" und "RAMDRIVE.SYS".
- die Datei "AUTOEXEC.BAT" mit dem Editor öffnen (edit autoexec.bat) und alle Pfade von "C:\WINDOWS\... " auf "C:\DOS\..." ändern.
- eine "PATH-Anweisung" einrichten, möglichst am Anfang der Datei: "SET PATH=C:\DOS". Eine weitere Zeile anfügen mit dem Inhalt "DOSKEY", das erleichtert den Umgang mit der Kommandozeile.
- überprüfen Sie, ob der deutsche Tastaturtreiber eingetragen ist: "KEYB GR,,C:\DOS\KEYBOARD.SYS"
- falls sich Zeilen finden, die mit "mode con codepage..." beginnen, löschen Sie diese. Ohne die Einbindung des "display.sys"-Treibers in der "CONFIG.SYS" führen diese Zeilen zu einer Fehlermeldung. Das Ganze wird in Deutschland nicht benötigt.
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die "AUTOEXEC.BAT" sollte nach den Modifikationen so aussehen:

SET PATH=C:\DOS
KEYB GR,,C:\DOS\KEYBOARD.SYS
DOSKEY

- die Datei "AUTOEXEC.BAT" speichern und den Editor verlassen.
- die Datei "CONFIG.SYS" mit dem Editor öffnen (edit config.sys) und alle Pfadangaben von "C:\WINDOWS\..." auf "C:\DOS\..." ändern.
- falls die Datei noch gar nicht existiert, zeigt der DOS-Editor einen leeres Arbeitsfenster an.
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die "CONFIG.SYS" sollte nach den Modifikationen so aussehen:

SHELL=C:\COMMAND.COM /P
DOS=HIGH,UMB
DEVICE=C:\DOS\HIMEM.SYS
DEVICE=C:\DOS\EMM386.EXE /RAM

FILES=50
BUFFERS=30
COUNTRY=049,,C:\DOS\COUNTRY.SYS

Bemerkung: Falls sie das Cache-Programm "smartdrv.exe" in der "AUTEXEC.BAT" verwenden wollen, dann setzen Sie BUFFER auf 10.
Bemerkung: FILES kann auch niedriger gesetzt werden. 50 ist eine Einstellung für die Installation von aufwändigeren Spielen.

- die Datei "CONFIG.SYS" speichern und den Editor verlassen.
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einen Warmstart durchführen. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, müßte das DOS nun einwandfrei booten. Sie haben nun ein grundkonfiguriertes MS-DOS 7.1 System. Wenn Sie zudem sicher sind, das wirklich alle DOS-Dateien wie oben beschrieben aus den Verzeichnissen kopiert wurden, dann kann das Verzeichnis "C:\WINDOWS" (und alle darin enthaltenen Unterverzeichnisse) gelöscht werden: deltree c:\windows. Da drin ist nichts mehr, was MS-DOS 7.1 "zum Leben" braucht.

- die Dateien mit der Endung .TXT im Hauptverzeichnis von C: können gefahrlos gelöscht werden.
- auch einige unnötige, aber unsichtbare Dateien im Hauptverzeichnis von C: könnten auch noch gelöscht werden, aber die stören jetzt nicht wirklich.
- um lange Dateinamen (LFN) auch unter DOS korrekt zu behandeln, brauchen Sie zusätzlich "DOSLFN". Das finden Sie incl. Dokumentation u.a. auf den Seiten der Uni Chemnitz. "DOSLFN" sollte nach "C:\DOS" kopiert werden und in der "AUTOEXEC.BAT" aufgerufen werden.

 

Beim Bootvorgang meldet sich das System natürlich weiterhin mit "Windows 95 wird gestartet..." (im Falle einer deutschen "Wndows 95"- Version). Bei Eingabe von "ver" wird bei mir "Windows 95. [Version 4.00.1111]" ausgegeben. Perfektionisten könnte das stören. Da ich mir aber nicht sicher bin, ob das Verändern dieser System-Dateien legal ist, gebe ich hier keine Hinweise, wie man die Dateien "IO.SYS" und "COMMAND.COM" diesbezüglich mit einem Disk-Editor "patchen" könnte, in dem man nach den entsprechenden Vorkommen dieser Texte sucht und diese mit "MS-DOS 7.1 wird gestartet..." bzw. "MS-DOS 7.1 [Version 4.00.1111]" überschreibt ;:)

Ein Wort zum geringeren Umfang im Vergleich zu MS-DOS 6.2x

Weil bei "Windows 95" die meiste Funktionalität in der GUI steckt und DOS nur noch als "Boothilfe" bzw. zum Ausführen von DOS-Programmen benötigt wird, fehlen logischerweise Programme wie "memmaker" oder "dosshell". Wer z.B. "memmaker" nachrüsten will, muss sich dieses Programm aus MS-DOS 6.2x "entleihen". Dazu müssen aus einer entsprechenden Installation die Dateien "memmaker.exe", memmaker.hlp", "sizer.exe" und "chkstate.sys" in das DOS Verzeichnis von DOS 7.1 kopiert werden. "memmaker" läuft einwandfrei, ein Vorgaukeln einer 6.x-Version mit "setver" ist nicht nötig. Das Gleiche gilt für "interlnk/intersvr". Ich gehe davon aus, das auch "dosshell" einwandfrei funktioniert.

Wenn obiger Vorgang nicht klappt...

Alternativ oder wenn Sie zu obiger Aktion aufgrund mangelnder DOS-Kenntnisse nicht der Lage sind: download eines "MS-DOS 7.1" ISO-Images aus dem Netz und brennen auf eine CD. Da in verschiedenen Foren darüber diskutiert wird, ob dieses MS-DOS 7.1 nicht eine Copyright-Verletzung darstellt, gebe ich auf dieser Seite keinen Link an. Auch hier gilt wieder: "google ist ihr Freund".