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Letzte Aktualisierung:
13-Jul-2015

Sonstiges Baustelle

Kernspeicher

Kernspeichermodul bildeten lange Zeit die zentralen Computergedächtnisse. In ihnen sind große Mengen kleiner Magnetringe auf Drähte gefädelt und in rechtwinkligen Rahmen angeordet, die wiederum zu Kernspeicherblöcken zusammengefasst sind. Die Ferritkerne sind matrixförmig angeordnet, wobei durch jeden Kern ein horizontaler, ein vertikaler und ein diagonaler Draht verläuft. Wird gleichzeitig ein Stromstoß durch einen der horizontalen und einen der vertikalen Drähte geschickt, wird der Kern am Kreuzungspunkt magnetisiert - und zwar abhängig von der Stromrichtung in die eine oder andere Richtung. Die übrigen Kerne bleiben unbeeinflusst. Um einen Kern auszulesen, wird er testweise in einer bestimmten Richtung (also wahlweise mit "0" oder "1") beschrieben. Hatte er bereits diesen Inhalt, so geschieht nichts. War er umgekehrt beschrieben, so entsteht durch die Ummagnetisierung des Ferritkerns ein Stromstoß im diagonal verlaufenden Draht. Magnetkernspeicher wurden von Hand gefädelt. Eine automatisierte Fertigung war mit den damaligen Mitteln noch nicht machbar. Durch den extremen Arbeitszeitaufwand waren Magnetkernspeicher ausgesprochen teuer. Sie waren ab Mitte der 50er Jahre etwa 20 Jahre lang populär. In den 70er Jahren war dann schließlich die Fertigungstechnik für integrierte Schaltkreise so weit, dass mehrere hundert Bit zu einem Bruchteil des Preises auf einem Chip untergebracht werden konnten. Damit starben die Magnetkernspeicher nahezu schlagartig aus. Das Abgebildete Modul enthält 72 000 Ferritkerne, ein Kern Kann ein Bit Speichern, die Speichergröße beträgt etwa 7 kB