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Letzte Aktualisierung:
13-Jul-2015

Massenspeicher

Quelle(n): Datenverarbeitungssysteme, Prof. Jürgen Plate, FH München

Der primäre Speicher des Computers ist der Arbeitsspeicher. Dort legt er die Informationen (Programme, Daten) ab, die er aktuell verarbeiten muß. Da Arbeitsspeicher zwar sehr schnell, aber teuer und flüchtig sind (nach dem Ausschalten des Computer gehen die Informationen verloren) werden zusätzlich die Massenspeicher als Sekundärspeicher benötigt. Sie dienen zur dauerhaften Speicherung von wiederverwendbaren Informationen, die aktuell nicht im Arbeitsspeicher benötigt werden oder ausgelagert werden müssen, damit der Arbeitsspeicher für neue Prozesse frei wird. Massenspeicher besitzen eine wesentlich höhere Speicherkapazität als der Arbeitsspeicher. Der Nachteil ist, das die Verfügbarkeit der gewünschten Information niedriger ist, da die Massenspeicher in der Regel sehr viel langsamer sind. Der Datentransport zwischen Massen- und Arbeitsspeicher findet blockweise über den sogenannten Datenbus statt. Moderne Betriebssysteme benutzen die Massenspeicher auch als virtuelle Erweiterung des Arbeitsspeichers.

Die Vorgänger der heutigen Massenspeicher

Lochkarten

Lochkarten als Massenspeicher existierten lange vor den Computern. Bereits Hollerith's Volkszählungsmaschine setzte 1891 Lochkarten ein. Lochkarten stellen Binärdaten dar, in dem eine bestimmte Stelle auf der Karte gelocht (oder eben nicht gelocht) war. Beim Aufkommen der Computer in der 50iger Jahren beherschte man diese Technik inzwischen sehr gut, die Karten konnten sortiert, gezählt und in jeder erdenklichen Form auswertet werden. Hergestellt wurden die Karten mit sogenannten Lochkartenstanzern. Mit den fertig codierten Karten fütterte man über einen Leser den Computer und führte ihm auf diese Weise die gewünschten Programm- und Verarbeitungsdaten zu. Statt einzelner Karten wurden später auch Lochstreifen verwendet, die eine höhere mechanische Verarbeitungsgeschwindigkeit gestatteten.

Magnetband

MagnetbandeinheitenIBM 726Ab 1950 verdrängte das Mangnetband die Lochkarten als Massenspeicher. Dabei handelte es sich ein ein 12,4mm breites Plastikband, bei dem eine Seite mit einer magnetisierbaren Beschichtung überzogen ist. Die Datenaufzeichnung besteht darin, das die auf dem Band enthaltenen Ferritstreifen magnetisiert oder nicht magnetisiert sind und so die Informationen in dem für den Computer benötigten Binärsystem darstellten. Auf einer zusätzlichen Bandspur konnten sogenannte Paritätsbits untergebracht werden, wodurch eine hohe Datensicherheit gewährleistet wurde. Der Vorteil der Magnetbänder lag neben einer hohen Verabeitungsgeschwindigkeit vor allemin der hohen Speicherkapazität. Allerdings konnten Daten auf einem Band immer nur sequentiell (also hintereinander) abgelegt und wieder gelesen werden. Trotzdem sollte das Magnetband bei Großrechner-Systemen mit hohem Archivierungsbedarf und als billiger Massenspeicher (in Form von Compact-Kassetten) bei den Homecomputern bis Ende der 80iger Jahre Verwendung finden. Im Foto rechts die IBM 726, die erste Magnetbandeinheit, die in den Verkauf ging.

 

Trommelspeicher

Die ersten elektrischen Massenspeicher, die im Zusammenhang mit Computern eingesetzt wurden, waren 1947/48 die sogenannten Trommelspeicher. Auf einer massiven Trommel wurde eine Beschichtung aus einem magnetischen Material aufgebracht. Dieses konnte induktiv durch einen Strom magnetisiert werden oder erzeugte beim Auslesen einen induzierten Strom. Durch die kleineren Ausmaße der Trommelspeicher verringerte sich auch die Größe der damaligen Computer erheblich. Bereits ab 1950 wurden vereinzelt Trommelspeicher eingesetzt, um Programme oder Daten zu laden und zu speichern.

Magnetplatten

IBM RAMAC 305Magnetplatten sind die Nachfolger der voluminösen Trommelspeicher und gelten als die direkten Vorläufer der heutigen Festplatten. Am 13. September 1956 stellte IBM die erste Magnetplatte mit der Bezeichnung 305 RAMAC (Random Access Method of Accounting and Control) und einer Kapazität von 5 MByte der Öffentlichkeit vor. Diese Kapazität verteilte sich auf 50 Scheiben mit je 24 Zoll (60 cm) Durchmesser. Die Abtastung der Informationen erfolgte (wie später bei bei Diskettenlaufwerken) durch einen direkten Kontakt des Schreib/Lesekopfes mit der Platte. Im Gegensatz zu Bandlaufwerken war bei der Magnetplatte direkter Zugriff auf Dateien möglich, ohne vorher den gesamten Datenbestand des Mediums sequentiell durchsuchen zu müssen. Durch den mechanischem Kontakt wurde Abrieb erzeugt, was jedoch die Lebensdauer und auch die maximal erreichbare Geschwindigkeit der Magnetplatten begrenzte.

Massenspeicher, die sich nicht durchgesetzt haben:
die "Ledger Card" (Kombination aus normal lesbarer Vorderseite und maschinenlesbarem Magnetstreifen, NCR)
das "CRAM" (Card Random Access Memory oder Magnetkartenspeicher, Siemens, NCR)
die "Strip Reader" (Daten wurden binär kodiert auf Papier gedruckt und mit einem Lesegerät wieder eingelesen, Kodak)

Aufgrund der hohen Anschaffungspreise blieb diese moderne Speichertechnik lange Zeit den Großrechnersystemen vorbehalten. Das Speichern von Daten auf Festplatten entwickelte sich in den 50iger und 60iger Jahren zu einem Dienstleistungssektor, die Megabytes wurden zu Monats- oder Jahrespreisen vermietet.

Moderne Massenspeicher

Noch immer dominieren Magnetplattenspeicher die Informationstechnologie, obwohl auch die optischen Speicher in Form der wiederbeschreibbaren Compact Discs sich einen gewichtigen Anteil am Massenspeichermarkt erobert haben. Magnetplattenspeicher funktionieren alle nach dem gleichen Grundprinzip: als Speichermedium dient eine runde Scheibe, auf der sich eine Schicht aus hartmagnetischem Material (verschiedene Ferrite) befindet. Die Platte ist in konzentrische Spuren unterteilt. Ein beweglicher Magnetkopf wird radial über diese Platte bewegt, um die nadelförmigen Ferrite auf den einzelnen Spuren so zu magnetisieren, das Binärdaten abgebildet werden. Er ist auch in der Lage, durch Verschiebung des Laufwerksarms schnell von der einen in die andere Spur zu wechseln. Die Spuren wiederum sind in Sektoren unterteilt. Die Lage und Ausdehnung der einzelnen Sektoren werden durch die sogenannte Formatierung festgelegt.

Auf dem Prinzip des Magnetplattenspeichers basierende Medien sind:

Einzeldiskette (Floppy)
Festplatten
Einzelplatten
Einzelplattenkassetten
Festkopfplatten
Festplattenstapel
Wechselplattenstapel
ZIP-Diskette
MO-Disketten (Magneto Optisch)

Prinzipiell sind Magnetplattenspeicher auf wahlfreien Zugriff ausgelegt. Die bedeutet, das das Medium nicht - wie z.B. bei Bandlaufwerken - von Beginn an sequentiell durchsucht werden muß, um eine bestimmte Stelle (Datei) zu finden. Die Köpfe der Magnetplatten können - vergleichbar mit dem Tonarm eines Plattenspielers und dem Anwählen eines bestimmten Musikstücks - direkt zu der Stelle springen, an der die gewünschte Datei angelegt ist.

Disketten (Flexy Disk)

Alan Shugart, der in den späten 60er Jahren für IBM arbeitete, wird die Erfindung der 8" Diskette im Jahre 1971 zugeschrieben. Die Diskette besteht aus einer Kunstofffolie, die mit einer nichtorientierten Magnetschicht versehen ist. Die Datenaufzeichnung erfolgt entweder einseitig (SS) oder doppelseitig (DS). Zum Schutz und zur besseren Handhabung befindet sich die Scheibe in einer rechteckigen Kunststoffhülle, die mit einem Gleit- und Reinigungsvlies ausgekleidet ist. Die Hülle besitzt Öffnungen für den Arbeitskonus (über den die Scheibe angetrieben wird), das Indexloch und den Schreib/Lesekopf. Zusätzlich besitzt die Hülle noch eine Aussparung für das Setzen eines Schreibschutzes. Je nach System wird der Schreibschutz durch Abdecken oder Freilassen dieser Aussparung gesetzt. Der Schreib/Lese-Kopf berührt beim Schreiben und Lesen die Diskettenoberfläche, ansonsten ist der Kopf angehoben. 1971 stellte IBM das erste 8" Diskettenlaufwerk der Öffentlichkeit vor. Die zudem wird zum ersten Mal bei einem Massenspeicher der wahfreie Zugriff realisiert, denn der Schreib-/Lesekopf kann auf jeder Stelle des Datenträgers positioniert werden.

Seine eigene Firma, Shugart Associates, gründete Alan Shugart dann 1973, zur Entwicklung und Herstellung von Diskettenlaufwerken. Schon lange wollte er Prozessoren und Diskettenlaufwerke als Teile komplette Computersysteme integrieren. Die Computerwelt hat Alan Shugart viel zu verdanken, nicht nur die Diskettenlaufwerke, sondern auch die Festplatten und SCSI-Schnittstellen gehen auf sein Konto.

Verschiedene Diskettenlaufwerke in der Größenübersicht

1976 ist es Alan Shugarts Firma, die das erste 5,25" Diskettenlaufwerk (Auftraggeber war die Fa. Wang Laboratories) auf den Markt bringt. 1978 stellten bereits 10 Firmen 5,25" Laufwerke her. 1980 stellt Sony die 3,5" Diskette der Öffentlichkeit vor. Dieses Diskettenformat mit der gesteigerten Kapazität von 1,44MB ist heute noch in PC's gebräuchlich. Die Miniaturisierung bei den Kombiniertes DiskettenlaufwerkDiskettenlaufwerken brachte es u.a. mit sich, das eine Kombination von 5,25" und 3,5" Floppy in einem halbhohem Gehäuse untergebracht werden konnte. Verschiedene 3" (Amdisk) und 2" Formate wie auch die die LS-120 Diskette (Panasonic, sogar abwärtskompatibel zur 1,44MB Diskette) und die Zip-Diskette (Iomega, 1994, 100 MB - 750 MB) konnten sich nicht mehr als Standard durchsetzen.

Festplatten

IBM stellt 1973 die Festplatte "Winchester 3340" vor. Kapazität: 30MB. Der Name Winchester stammt daher, da das produzierende IBM-Werk in Winchester (England) stand. Wie funktionieren nun Festplatten ? Eigentlich bis heute nach dem gleichen Prinzip. Im einem luftdicht verschlossenen Gehäuse (beinahe luftdicht, denn ein gewisser Luftaustausch findet statt) sind mehrere übereinander rotierenden Magnetplatten montiert. Bei neueren Festplatten sind das - zur Reduzierung der Bauhöhe - nur noch eine oder max. zwei Magnetplatten. 1977 brachte Shugart das erste preiswerte Laufwerk auf den Markt (14", 30 MByte). Die weitere Entwicklung führte zu kleineren Platten. Seagate baute 1979 die erste Festplatte im 5,25-Zoll-Format. 1981 kam SCSI und 1982 gab es die ST506-Schnittstelle von Seagate, aus der sich IDE, E-IDE, ATA und ATAPI entwickelt haben. Das Seagate-ST506-Laufwerk, nach dem die Schnittstelle benannt wurde, kam (wie das RAMAC-Laufwerk aus dem Jahre 1956) mit einer Kapazität von 5 MByte.

1996 hat Seagate mit der Cheetah-Serie erste Festplatten mit 10.000 U/min präsentiert. 1998 bot die Seagate-Barracuda-Serie eine Maximalkapazität von 50 GByte. Nur zwei Jahre später waren es schon fast 200 GByte. Dies übertrifft die bislang übliche Steigerung von 60 Prozent in einem Jahr oder die Verdoppelung in 18 Monaten bei weitem. Zwischen 1957 und 1990 lag die Steigerungsrate noch bei etwa 25 Prozent im Jahr. Die Flächendichte auf den Festplattenscheiben stieg von 2000 Bit/inch² im Jahr 1957 auf über 1 GBit/inch² in den Jahren 1995 bis 1997. Heutige Werte liegen bei 10 bis 15 GBit/inch². Werte von 50 bis 60 GBit/inch² sind in naher Zukunft auch für Serienlaufwerke zu erwarten.

Die Datentransferraten der Festplatten sind mindestens das zehnfache höher als bei Disketten, weil sie sich die Platten mit der bis zu 20fachen Geschwindigkeit einer Diskette drehen, je nach Typ zwischen 3500 und bis zu 15000 U/min. Jede Platte besitzt mindestens zwei Lese- und Schreibköpfe, die die Platten auf der Ober- oder Unterseite abtasten. Es gibt allerdings auch Festplatten, die über mehrere Sets an Schreib-/Leseköpfen verfügen, z B. Festplatten in Hochleistungsrechnern oder SCSI-Festplatten mit 4 R/W-Köpfen, wodurch die Zugriffszeit verringert werden kann. Durch das Rotieren der Magnetscheiben entsteht ein Luftpolster, auf denen sich dann die Schreib-Lese-Köpfe bewegen. Diese sind mechanisch über den Schreib-/Lesearm auch (Kamm) mit den anderen Köpfen verbunden, so daß ein Spurwechsel für alle Platten gleichzeitig vollzogen wird. Um die Bewegung von Kopf zu Kopf zu beschreiben, hat man den Begriff des Zylinders eingeführt. Dieser umfaßt alle Spuren, die die gleiche Spurnummer tragen. Jede Platte ist also in Spuren aufgeteilt, die in konzentrischen Kreisen um den Mittelpunkt angeordnet sind (ähnlich einer Schallplatte). Spuren werden mit den Nummern von 0 bis N bezeichnet, wobei N die Gesamtzahl der Spuren minus 1 darstellt. Die äußere Spur trägt die Nummer Null, die darauffolgende die Nummer Eins. Jede Spur nimmt dabei eine konstante Anzahl von Sektoren auf, die die Spur in einzelne Abschnitte gleicher Größe unterteilen. Der Aufbau gleicht also dem einer Diskette. Jeder Sektor beinhaltet 512 Byte an Daten (oder auch mehr) und stellt zugleich die kleinste Zugriffseinheit dar. Jede Festplatte verfügt über wesentlich mehr konzentrische Spuren als eine Diskette, die Positionierungsgenauigkeit ist höher und somit wird auch die mögliche Speicherdichte höher. Moderne Festplatten packen mittlerweile fast 100 Sektoren auf eine Spur, wodurch sich natürlich die Datentransferrate erhöht.

MFM (Modified Frequenz Modulation ). MFM setzte sich als neues Verfahren zur Übertragung von Daten über den Schreib-/Lesekopf auf die Oberflaäche der Festplatte durch. MFM–Festplatten waren bis Mitte der 80iger Jahre der Standart bei den PC-Festplatten. Sehr verbreitet waren zuerst Festplatten mit einer Kapazität von 20, später von 40 MByte. Man bedenke: zur gleichen Zeit paßte ein komplett lauffähiges MS-Word 2.0 auch noch auf eine 360K–Diskette. Aktuelle Motherboards haben keine Anschlüsse mehr für diese Art von Festplatten, entsprechende 8- und 16-Bit ISA-Controller können aber noch auf Flohmärkten erworben werden.

RLL ( Run Length Limited ): Prinzipiell ist der Aufbau mit dem der MFM–Festplatte identisch, nur die Speicher kapazitäten waren größer. Das ergab sich aus der verbesserten Oberfläche der Platten. Auch die Steuerung der Laufwerke verbesserte sich sehr stark. Dadurch wurden pro Spur 26 Sektoren möglich, was eine erhebliche Erhöhung der Speicherdichte bedeutete. Von RLL–Platten ist allerdings heute nur noch die Art und Weise des Aufzeichnungsverfahrens übriggeblieben. Ansonsten sind sie - wie die MFM–Festplatten - veraltet.

Festplatten in den ersten IBM PC's
Der erste Schnittstellen-Standard für Festplatten wurde von 1980 Seagate entwickelt: ST-506. Dieser wurde in einer 5 MB Festplatte mit eben dieser Modellbezeichnung verwendet. Bereits ein Jahr später entstand - ebenfalls von Seagate - der ST-412 Standard. Diese 10 MB große Festplatte wurde u.a. im populären IBM XT (5160) verbaut. Diese beiden frühen Standards unterschieden sich in einem wesentlichen Aspekt von ihren Nachfolgern IDE/ATA und SCSI: sie hatten keine eigene Intellegenz. Die komplette Steuerung wurde vom einem komplex aufgebautem Controller erledigt, an dem sie mit zwei Kabeln angeschlossen waren. Für die Steuerung der Plattenmechanik wurde der Controller über ein 34-adriges Kabel mit der Platte verbunden, für den Datentransport mit einem 20-adrigen Kabel. Die ganze Sache war noch sehr fehlerträchtig und langsam, denn die von den Schreib-/Leseköpfen vearbeiteten Daten mußten erst auf den Controller transportiert werden, bevor ein Fehler festgestellt werden konnte. Zudem waren diese frühen Festplattenstandards aufwändig in der Installation. Viele komplizierte Parameter (z.B. der "Interleafefaktor") und die gesamte Geometrie der Festplatte mussten von Hand eingestellt werden, den es gab noch kein BIOS, in dem diese Werte voreingestellt gewesen wären. Und Plug&Play (also die automatische Erkennung der Festplattengeometrie), so wie wir es heute kennen, kam erst Mitte der 90iger Jahre.

Der Nachfolger der MFM/RLL Festplatten war die IDE Festplatte (Integrated Drive Electronics) von IBM. Aber auch diese werden heute eigentlich nicht mehr verwendet, denn die Kapazität war auf netto 504MB begrenzt. Die heute verwendeten Festplattenarten sind EIDE (Enhanced Integrated Drive Electronics), SCSI (Small Computer Systems Interface) und aktuell SATA (Serial Advanced Technology Attachment), eine erst im Jahre 2001 definierte Weiterentwicklung von ATA (Advanced Technology Attachment). Der Unterschied liegt bei diesen neueren Standards hauptsächlich im Controllerbereich. SCSI Festplatten sind derzeit noch etwas schneller, aber auch wesentlich teurer. Der Vorteil von SCSI liegt in seiner Flexibilität, denn so ziemlich alle Arten von Geräten (Floppy, Streamer, CD ROM, Festplatte, Scanner etc.) können an einen SCSI Controller angeschlossen werden, und zwar bis zu sieben Stück pro Controller (Weiterentwicklung bereits 16 pro Kanal). Ein EIDE-Controller kann dagegen nur 2 Geräte verwalten, denn diese Schnittstelle war eigentlich ausschliesslich auf den Betrieb mit Festplatten ausgelegt. Trotzdem gibt es auch für EIDE mittlerweile CD-Laufwerke oder Streamer. Moderne Motherboards enthalten oft bereits zwei integrierte EIDE Controller. Dadurch können 4 entsprechende Geräte betrieben werden, was für die meisten Nutzer vollständig ausreicht. SATA überträgt die Daten im Gegensatz zu allen anderen System seriell, das heisst Bit für Bit. Trotzdem werden Übertragungsraten von bis zu 600 MB je Sekunde erreicht. SATA ist kompatibel zum ATAPI-Standard und den verschiedenen ATA Vorgängern. Ein weiterer großer Vorteil: eine Konfiguration entfällt fast vollständig und Geräte können bei eingeschaltetem Rechner ein- und ausgesteckt werden (Hot-Plugging).

CD-ROM (Compact Disk Read Only Memory)

1983 stellten Philips und Sony die CD-ROM vor, quasi ein Ableger der Musik-CD. Das Medium ist auch ähnlich aufgebaut wie die Musik-CD. Die Datenspeicherung erfolgt während der Herstellung der Platte und die Daten können nur gelesen werden (Analogie: ROM). Im Gegensatz zu Magnetplatten erfolgt die Aufzeichnung - wie bei einer Schallplatte - in einer einzigen, spiralförmigen Spur. In diese vorgeprägte, reflektierende Schicht werden bei der Herstellung der Masterplatte mit einem Laser Löcher (pits) eingebrannt. Von der Masterplatte lassen sich dann beliebig viele Kopien herstellen.

Die Kopie wird vom Laserstrahl abgetastet, der durch die unterschiedliche Stuktur der Speicherfläche mit einer digitalen Information moduliert wird. Die Spurdichte beträgt bis zu 16'000 Spuren/Zoll. Als Aufzeichnungsstandard hat sich das Format ISO 9660 durchgesetzt (Transferrate: 1,2 MBit/s, Kapazität: ca. 600 MByte). Die CD-ROM dient haupsächlich der Verbreitung größerer Datenmengen, als Photo-CD und jüngst auch als Videoträger. Die erste CD ROM Applikation, die auf CD-ROM ausgeliefert wird, ist 1987 Microsoft Bookshelf. 1990 kommt der Commodore CDTV auf den Markt, ein auf dem Amiga 500 basierender Computer mit integriertem CD-ROM Laufwerk. 1993 und 1994 gibt NEC den Takt mit 3fach (Triple Speed) bzw. 4fach (Quad Speed) CD-ROM Laufwerken an.

Bei der beschreibaren CD-R ist der Aufbau komplexer als bei der CD-ROM. Untern liegt die Trägerschicht aus Polycarbonat, darauf folgt eine lichtempfindliche organische Substanz, die durchscheinend ist. Dann kommt eine reflektierende Goldschicht und schließlich eine Lack-Schutzschicht. Mit erhöhter Laserenergie kann das organische Material verfärbt bzw. verschmolzen werden und es erhält so eine andere Reflexionseigenschaft. Die Platte kann danach wie eine CD-ROM gelesen werden.

WORM (Write Once Read Many)

WORM-Platten lassen sich vom Anwender beschreiben, jedoch nur einmal (Analogie: PROM). Bei 5+-Zoll-Platten sind Speicherkapazitäten bis 1 GigaByte (Transferrate 1,5 MByte/s) möglich. Die WORM kann zur Archivierung von Daten aller Art verwendet werden (Backup-Medium). Die Platte arbeitet wie ein Magnetplattenlaufwerk und kann genauso angesprochen werden, die Treibersoftware sorgt dafür, daß bei mehrfacher Speicherung einer Datei immer die jüngste Version angesprochen wird (ältere Versionen lassen sich über spezielle Programme lesen) --> Speicherung einer Dateichronologie. Beim Schreiben wird durch hohe Laserenergie die Plattenstruktur dauerhaft verändert. Beim Lesen wird diese Veränderung mit niedriger Laserenergie abgetastet und detektiert. Man unterscheidet zwei Speichertechniken:
Bei der Blasenerzeugung wird durch den Laserstrahl eine Polymerschicht erhitzt, die unter einem dünnen Metallfilm liegt. Es kommt zur Bildung einer Blase, die den Metallfilm dauerhaft verformt. Bei der Abtastung mit geringer Laserenergie kann die geänderte Streuung ausgewertet werden.
Bei der Pit-Erzeugung durchbrennt der Laserstrahl eine lichtundurchlässige Schicht, die über einer Reflexionsschicht liegt (Pit entsteht). Beim Lesen werden die so entstandenen Hell-Dunkel-Zonen ausgewertet.

MOD (Magneto Optical Disc)

Mit dem WORM verwandt ist die MOD, ein modernes Speichermedium für Computer auf magnetisch-optischer Basis. Sie erlaubt das digitale Aufnehmen und Löschen über Laser. Die MOD enthält in Aufzeichnungsspuren geordnet bis zu einer Milliarde Mikromagnete. Diese sind in einer bestimmten Richtung vormagnetisiert. An den mit einem Laserstrahl erwärmten Stellen lassen sich diese Mikromagnete durch ein angelegtes Magnetfeld umpolen. Beim Abtasten wird der Laserstrahl durch die nun verschieden gepolten Magnete zirkular entweder rechts- oder linksdrehend zurückgeworfen (magneto-optischer Kerr-Effekt). Die Änderung der Polarisation kann über eine entsprechende Optik gelesen werden. Die MOD ist weniger lichtempfindlich als die CD-R, kann schneller beschrieben werden, ist unempfindlich gegen Nässe, hat eine hohe Lebenserwartung und bietet hohe Datensicherheit. Warum hat sich - bei all den Vorteilen gegenüber der CD-R - die MOD nicht durchgesetzt ? Vermutlich war das Medium selbst schlicht und ergreifend zu teuer.

DVD (Digital Versatile Disc)

DVD steht für 'Digital Versatile Disk' (ehemals 'Digital Video Disk'). Das Medium ist so groß wie eine normale CD-ROM, jedoch wird mit einer wesentlich höheren Speicherdichte gearbeitet. Dabei unterscheidet man vier verschiedene Medien. Die einfache einseitige DVD kann 4,7 GB auf einer Schicht speichern. Es gibt aber auch zweischichtige DVDs. Dabei wird die Information auf zwei übereinanderliegenden Schichten gespeichert, eine davon ist durchsichtig.

Durch unterschiedliche Fokussierung des Lasers wird die richtige Schicht angesteuert. Damit sind 8,5 GB möglich. Und dann gibt es das ganze noch zweiseitig. Damit sind 17 GB Daten auf einer einzigen DVD möglich. Die ersten Laufwerke kommen jetzt gerade auf den Markt und können einschichtige, einseitige DVDs lesen. Leider gibt es im Moment noch wenig DVD-Titel mit Videos. Die Videos werden in MPEG-2 kodiert, was eine sehr gute Qualität bei der Wiedergabe ergibt. Auch die ersten Brenngeräte für einseitige, einschichtige DVDs sind schon vorgestellt worden, der Brenner von Pioneer wird im Herbst 97 für etwas über 10000 Mark auf den Markt kommen. Aufgenommen wird mit ca. 1 - 2 MB/s, und speichern kann er maximal 3,9 GB.

Die Lesegeräte können auch normale CDs lesen, jedoch meist keine CD-Rs, also die beschreibbaren CDs. Dies kommt daher, daß ein Laser mit einer kürzeren Wellenlänge verwendet wird, der die selbstgebrannten CDs nicht mehr richtig lesen kann. Sony hat dazu ein Laufwerk mit zwei Laser-Dioden angekündigt, mit dem man dann auch die CDRs wieder lesen kann.