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Letzte Aktualisierung:
13-Jul-2015


Was ist Software ?
Welche Art von Software sammelt das Museum ?
In welchem Zustand muß die Software sein ?
Wird jede Software aufgelistet ?
Welche Vorkehrungen zum Erhalt werden getroffen ?
Was wird archiviert?
Die Praxis der Archivierung
Legende

Sie haben noch alte Software ? Disketten und Handbücher, die nicht in unserer Liste steht, vielleicht sogar noch im Originalschuber oder - karton ? Werfen Sie nichts in den Müllcontainer, schicken Sie die Software nach Rücksprache zu uns. Natürlich unfrei, wir übernehmen die Versandkosten. Auch für größere Mengen.

An dieser Stelle eine Bitte in eigener Sache: es erreichen uns ca. 10 Anfragen in der Woche bezüglich Diskettenersatz, Handbuchkopien, Problemlösungen u.s.w.

1. Vor allem werden viele Anfragen bezüglich Diskettenkopien gestellt. Dabei sollten Sie folgendes bedenken: auch 25 Jahre alte Software ist oftmals nicht frei von Kopierrechten. Die exakte Sachlage ist für uns in den meisten Fällen nicht feststellbar, da viele Firmen und damit die Rechte an deren Software oft mehrmals von anderen Firmen übernommen wurden. Wir werden nicht riskieren, Abmahnungen von findigen RA's zu erhalten. Daher gilt: Rückumschlag mit eigener Adresse und ausreichend frankiert mit den oder der defekte(n) Originaldiskette(n) und einer entsprechenden Anzahl neuen und passenden Leerdisketten an uns senden. Bitte vorher die Kosten bei uns erfragen! Ansonsten keine Chance!
2. Handbuchkopien machen wir keine mehr, zuviel Arbeit. Bitte versucht doch ein entsprechendes Buch o.ä. auf Ebay zu ergattern. Bei Standardsoftware sollte dort im Normalfall alles zu finden sein. Nicht gleich aufgeben, auch wenn die Suche mal ein paar Wochen dauert.


Top Was ist Software ?

Unter Software versteht man eine Reihe von Instruktionen (Programmcode), die vom Prozessor (oder anderen Bauteilen) eines Computers ausgeführt werden können. Dieser Programmcode wird zur Ausführung entweder in den flüchtigen Speicher des Computers (RAM) geladen oder ist bei manchen Computern bereits in einem nicht flüchtigen Speicher (ROM) enthalten. Es gibt zwei Hauptkategorien von Software: zum einen die Anwendungssoftware (Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Buchhaltung etc.), zum anderen Systemsoftware, die mit der Hardware des Computers kommuniziert und daher zur Ausführung dieser Anwendungsprogramme benötigt wird (Betriebssystem, Programmiersprachen etc.). Unter den Begriff Software fallen beide Stufen eines Programmcodes: der sogenannte Quellcode, der vom (menschlichen) Programmierer erstellt wird sowie der ausführbare Maschinencode, der aus dem Quellcode von einem Programmübersetzer (Compiler) erzeugt wird.

Top Welche Art von Software sammelt das Museum ?

Regalreihe 1Regalreihe 2Im Prinzip alles, wofür ein passender Computer im Museum vorhanden ist. Es gibt auch eine Einschränkung (das wird viele enttäuschen): keine Spiele, denn darum kümmern sich andere zur Genüge. Natürlich bekommen wir mit den Computern, die wir ankaufen oder die uns zur Verfügung gestellt werden, auch Spiele. Die stehen auch gut rum, denn damit wird deutlich zum Ausdruck gebracht: die hat's natürlich auch gegeben. Aber wir verschwenden keine Mark unseres Budgets dafür. Wichtiger sind uns Betriebssysteme, Office Anwendungen, Programmierwerkzeuge und die wichtigsten Utilities, dies gilt auch für die spielelastigen Homecomputern. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Software für CP/M, PC/MS-DOS (auch Konkurrenzprodukte wie z.B. DR-DOS, PC-MOS und DOS-Erweiterungen wie GEM, Concurrent DOS, Geoworks etc.) sowie natürlich 16Bit Windows. Zudem sind auch auch exotische Betriebssysteme wie NeXTStep und kleine Sammlungen von Linux, Solaris, UNIX und Novell Netware vorhanden.

Außerdem bemühen wir uns bereits um Originale aus der 32-Bit Ära. Zumindest mal der Betriebssysteme, da wir festgestellt haben, das die ausgelieferten Retail-Versionen dieser noch relativ jungen Software (z.B. Windows 95 oder NT 3.1) nur einen geringen Anteil am Markt haben. Zu ca. 95% sind sie als OEM-Ausgaben im Umlauf. 32-Bit Anwendungsprogramme werde ich erst im Laufe der nächsten Jahre auflisten.

Wie bereits erwähnt bemühen wir uns auch, die wichtigsten Anwendungen für VC20/C64/C128 sowie für den Amiga und den Atari ST für die Nachwelt zu archivieren. Bei diesen Homecomputern ist dies übrigens schwierig. Wenn wir Komplettsysteme erhalten, dann liegen ihnen meistens nur wenige Software-Originale bei, dafür aber unzählige "Sicherheitskopien".

Top In welchem Zustand muß die Software sein ?

Die hier aufgeführte Software befindet sich in originalen Kartons oder Schubern, im Idealfall ist sie neu und noch verschweißt. Vollständige Disketten- und Handbüchersätze sind eine klare Voraussetzung. Bevor wir eine Software gar nicht kriegen, sind wir auch mit den Originaldisketten alleine zufrieden.

Top Wird jede Software hier aufgelistet ?

Nein, nur die unserer werten Meinung nach wichtigsten und bekanntesten Programme. In jedem Fall nur solche, von denen Originale (mindestens die Datenträger) vorhanden sind. Schätzungsweise sind noch 150-200 originale Programme mehr vorhanden. Bei Amiga und Atari ST verzichten wir vorläufig auf die Auflistung der vorhandenen Spiele, weil das zu viel Arbeit macht. Auch bei C64/C128 ist die Liste keinesfalls komplett. Software für Apple Rechner folgt später.

Top Welche Vorkehrungen zum Erhalt werden getroffen ?

Die Archivierung aller Disketten bis Erstellungsjahr 1990.

Der Schreckmoment: ich hatte die in noch in Plastik verschweißte, unbenutzte Diskette meines VisiCalc 1.2 (1982) zwecks Archivierung geöffnet. Der einseitig mit 160K formatierte 5,25"-Datenträger war aber nicht mehr vollständig lesbar! Rettungsversuche mit verschiedensten Programmen (u.a. Anadisk, NDD, Diskfix) schlugen fehl, ein Sektor einer Programmdatei konnte auch manuell nicht mehr rekonstruiert werden. Und nicht mal Dan Bricklin (der Entwickler von VisiCalc, den ich in meiner Verzweiflung angemailt hatte, www.bricklin.com) besass noch eine Kopie dieser Version. Ein ähnliches Erlebnis hatten ich in der Folge mit den DD Disketten von Lotus 1-2-3 1.0.

Grundsätzlich hat die Lagerung einer Diskette (aber auch anderer Datenträger) sehr großen Einfluß auf die Haltbarkeit der gespeicherten Daten. Mechanische Beschädigungen (Druckstellen, Verbiegen) und Temperaturwechsel sowie Lichteinflüsse (Lagerung ohne Schutzhülle) sind trotz obiger Erfahrung mit der VisiCalc-Diskette für die meisten Verluste verantwortlich. Auch überrascht die Erkenntnis, das 3,5" Disketten trotz ihres stabilen und die eigentliche Disk automatisch schützenden Plastikgehäuses auch nicht länger halten als die 8" oder 5,25" Disketten mit ihren weichen, biegbaren Hüllen. Allerdings ist es recht sicher, das mit zunehmender Datendichte (gleiche Fläche mit engerer Spuren- und Sektorenanordnung, wie bei 5,25"- und 3,5"- HD Disketten) die Schäden eher auftreten.

Welchen Einfluß Kopierschutzmechanismen auf die Haltbarkeit einer Diskette ausüben können, kann nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist es auf jeden Fall.

Natürlich darf man auch den alten Laufwerken nicht mehr trauen. Sie können de-justiert, der Schreib-Lesekopf verschmutzt oder auch die Beweglichkeit die Mechanik kann aufgrund von Verschmutzung beeinträchtigt sein. Reinigungsdisketten sind sehr mit Vorsicht zu genießen und nur für Menschen gedacht, die zwei linke Hände haben. Ein gute Massnahme wäre - zumindest bei 8" und 5.25" Laufwerken - das Laufwerk auszubauen und zuerst mal mit Druckluft (nicht mit 8 bar reinblasen!) oder Staubsauger vorsichtig vom Staub zu befreien. Dann den Schreib-Lesekopf mittels Q-Tip und Isopropanol-Alkohol reinigen. Auch die Schienen, auf denen sich der Schreib-Lesekopf bewegt, können mit kleinem Pinsel und Feinmechaniköl geschmiert werden. Bitte beachten: das Laufwerk soll danach nicht im Ölbad schwimmen, weniger ist hier mehr! Zum Testen, ob ein Laufwerk de-justiert ist, besitze ich eine Referenzdiskette mit Software von Tandon! (bitte keine Anfragen, ich habe nur die eine und weiss nicht, wo man so eine Referenzdiskette heute noch herkriegt).

Top Was wird archiviert?

Das ist ein ganz wichtiger Punkt! Ich archiviere keine Daten, also keine Texte, Tabellen, Bilder oder Datenbanken. Ich versuche außerdem nicht, die 'eierlegende Wollmichsau' (das wissenschaftlich basierte Universalformat zum Archivieren und Darstellen beliebiger Daten) zu erfinden. Das überlasse ich klügeren Köpfen. Ich will - solange es möglich ist - die Hard- und Software zur Verfügung stellen, mit denen die Daten-Dateien und -Formate erzeugt wurden. Auf diese Art ist es natürlich relativ leicht, Daten eines Programms wieder in seiner korrekten Form auszugeben und theoretisch sogar zu verändern. Ich sichere daher haupsächlich proprietäre Programme - neben dem Vorhalten der dazu passenden Hardware - um evtl. defekte Disketten einer Anwendung wieder herzustellen und sie auf diese Art dann weiter anwenden zu können. Der begrenzende Faktor dieser Methode ist der endgültige Ausfall eines Gliedes der Kette, z.B. eine nicht mehr funktionierende und auch nicht mehr ersetzbare Hardwarekomponente eines Systems oder auch eine Diskette eines Softwarepaketes, das nicht wieder hergestellt und somit nicht mehr angewendet werden kann. Ganz klar, dieser Fall wird irgendwann eintreten! Nicht kümmern kann ich mich um 'Embedded Software', da weder Zeit noch der Platz dafür zur Verfügung steht. Ebenso wird Software auf CD ROM (noch) nicht archiviert und daher auch nicht aufgelisted !

Top Die Praxis der Archivierung

Hardware

Ich habe mich daher entschlossen, von sämtlicher, auf Diskette befindlicher Software mit Baujahr <= 1995 Diskettenimages auf Festplatte zu ziehen und auf MO-Disketten zu sichern. Software auf CD ROM bleibt vorläufig unberücksichtigt. Ich habe zwei Pentium II Rechner (233 und 350 MHZ) präpariert, die ein 3,5" sowie je ein 5,25" Laufwerk (der eine DD, der andere ein HD Laufwerk) enthält. Eingerichtet sind die Rechner mit MS-DOS 7.1 (dem DOS aus Windows 95). Dadurch kann ich lange Dateinamen und FAT32 Partitionen verwenden. Als DOS-Treiber für USB-Geräte verwende ich den von Panasonic (USBASPI.SYS, DI1000DD.SYS), der funktioniert am besten. Gesichert wird das Archiv bei beiden auf ein Fujitsu MO-Laufwerk mit 1,3GB. Obwohl in keinem der beiden Rechnern eine SCSI-Festplatte vorhanden ist, habe ich in den mit dem 5.25" DD Laufwerk einen Adaptec 1542CF Controller eingebaut, an dem die Floppy Laufwerke angeschlossen sind. Der Diskettencontroller des Adaptec hat sich als toleranter beim Bearbeiten von "Nicht DOS"-Formaten erwiesen. Warum nur wegen der unterschiedlichen 5.25" Diskettenlaufwerke zwei Rechner und keine Tricks mit speziellen Floppy Controllern für mehr als zwei Diskettenlaufwerke? Erstens der fehlende Platz in den Minitower'n, zweitens der Vorteil, auf zwei Rechnern gleichzeitig Images zu ziehen. Dafür habe ich die beiden Rechner über ein P2P Netzwerk miteinander verbunden, um das Archiv synchronisieren zu können.

Mein DOS-Archivierungs-PC

Archivierungssoftware

Zum Ziehen der Images für MS/PC-DOS und Windows verwende ich (nach vielen Tests) das Programm Teledisk 2,16 von Sydex (NTI). Warum kein Windows Programm wie "WinImage"? Die Ansprüche an die Hardware sollen so gering wie gehalten werden! Ich wollte ein Programm verwenden, das unter DOS 2.x auf einem XT mit Mono-Bildschirm genauso läuft wie auf einem Pentium Rechner mit DOS 7. Und das möglichst von der Kommandozeile aus. "Teledisk" erfüllt die Anforderungen und ist zudem auch für wenig versierte Anwender leicht zu bedienen. Es macht fast alles automatisch, was nur ganz selten ein Nachteil ist. Zudem schreibt und liest es auch einge nicht DOS Formate. Für andere spezielle Systeme (Apple II, Sirius, Amiga und Atari u.s.w.) gibt es andere Lösungen, für C64/128 z.B. ist der StarCommander erste Wahl, aber da komme ich momentan nicht dazu

Erst später habe ich das Programm "ImageDisk" (Version 1.17, von Dave Dunfield) entdeckt. Es bietet mehr Einstellungsmöglichkeiten, die ich vor allem bei CP/M Disketten sehr zu schätzen gelernt habe. Bei einseitigen 'Single Density'-Disketten (wie sie u.a. bei frühen Osborne's und Kaypro's verwendet wurden) bleibt mir sowieso keine andere Wahl, da "Teledisk" das nicht kann, Mir ist bewußt, das dadurch die Durchgängikeit des Image-Formats innerhalb des Archivs verletzt wird. Bei DOS gibt es als kleinstes Format 160KB Single Sided (IBM PC 5150 mit DOS 1.0). Das Imaging mit "Teledisk" für DOS/Windows funktioniert für dieses Format bis hinauf zu 3,5" mit 1.44MB einwandfrei. Natürlich muss bei allen Programmen eine zum Quellformat passende Diskette als Wiederherstellungsmedium verwendet werden. Wer keine so umfangreiche Hardwareausstattung hat, für den hat "ImageDisk" den Vorteil, das sich Double Density Images durch die Option "DoubleStep" auch auf High Density Laufwerken wieder korrekt herstellen lassen. Um einzelne CP/M Dateien auf bzw. von Disketten zu kopieren oder Disketten zu formatieren ist "22disk" (ebenfalls von Sydex) erste Wahl.

Sonderfälle

Kopiergeschützte Software ist ein besonderes Problem. Obwohl "Teledisk" einigermassen fehlertolerant ist, kann man von Disketten mit aufwändigeren Kopierschutzmechanismen keine brauchbaren Images ziehen bzw. wieder herstellen. Daher können die Originaldatenträger nur kopiert werden. Ich habe mich vor einigen Jahren an einer Aktion des Forum's 64 beteiligt, bei der in den USA 10000 doppelseitige Double Density Disketten neu produziert wurden. 500 davon habe ich mir reserviert. Auf diese Disketten werden nun unter Hilfe eines "Option Board" und des Kopierprogramms "Copy II PC" der Firma Central Point Software (die ultimative Kopiersoft- und hardware) Sicherheitskopien der sich teilweise hartnäckig wehrenden Programme gezogen. Besonders widerspenstig waren: MS Word 1.0 und 2.0, MS Multiplan 1.0, Lotus 1-2-3 1.0, Visicorp VisiOn, Lotus Symphony 1.0. Mittlerweile haben wir drei "Option Board's" im Bestand und sind somit auch für die Zukunft gut gerüstet.

Wer sich für den aktuellen Archivierungsstand interessiert, hier unsere Logdatei für DOS und die Logdatei für CP/M, OS/2, UNIX und Windows der bereits archivierten Software.

Top Legende

Nur Disketten vorhanden Nur Original-Datenträger vorhanden (Kassetten, Disketten, CD-ROM)
OEM Version Nur als OEM-Version vorhanden
Eigenschaft ist vollständig vorhanden
Eigenschaft ist nur eingeschränkt vorhanden